G8-Gipfel: Sturm auf Betten am Seefelder Plateau

Im Krüner Schlosshotel Elmau wird im Juni 2015 der G8-Gipfel stattfinden.

Der G8-Gipfel 2015 im Krüner Schlosshotel Elmau wirft seine Schatten voraus: Auch wenn es noch 14 Monate hin ist, geht am Seefelder Plateau bereits ein Sturm auf die Gästebetten los. Zudem könnte sein, dass während der Austragungszeit um den 4. und 5. Juni wieder die Grenzen zwischen Mittenwald und Scharnitz/Leutasch geschlossen und kontrolliert werden.

Rund um das Gipfeltreffen der acht Mächtigsten hält sich die Polizei und die Kommunalpolitik in Sachen Information noch vornehm zurück: „Es wird momentan an einem Sicherheitskonzept gearbeitet“, erklärt Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger.
Für ihn und seine 1.900 Seelengemeinde war der Bescheid über den Austragungsort eine große Überraschung. Mit geteilten Gefühlen nahm man die Nachricht auf, nur soviel war klar: Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen.

„Das Sicherheitskonzept wird bei Fertigstellung noch ein paar mal umgeworfen werden. Erst wenige Wochen vor dem Treffen wird die endgültige Fassung präsentiert“, so Schwarzenberger. Damit sollen gewisse Sicherheitsrisiken unterbunden werden. Denn potentielle Terroristen hätten zuviel Zeit zum Anschläge planen, würde das Konzept zu früh veröffentlicht, heißt es.
Nur so viel verrät er bereits: „Die deutsche Polizei ist im regen Kontakt mit der Österreichischen. Es kann passieren, dass während des Treffens die Grenzen geschlossen und kontrolliert werden.“
Denn man weiß aus der Vergangenheit: Beim letzten G8-Gipfel in Heiligendamm kamen rund 50.000 Demonstranten, darunter etwa 2.000 gewaltbereite Autonome, zum Austragungsort.

„Es gibt natürlich Pro und Contra-Punkte“, erklärt auch Seefelds Bürgermeister Werner Frießer. „Aber trotz der enormen Sicherheitsauflagen bin ich mir sicher, dass die gesamte Region nur davon profitieren kann“, erklärt er der PZ. „Krün und die Region werden für einige Tage zum Mittelpunkt der Welt werden, das kann nicht schlecht sein.“

Steht dem Ansturm positiv gegenüber: TvB-Obmann Alois Seyrling.
Steht dem Ansturm positiv gegenüber: TvB-Obmann Alois Seyrling.

Während am Sicherheitskonzept gefeilt wird, steigen die Nachfragen nach Betten für den Zeitraum enorm. „Die Garmisch-Partenkirchner Tourismusdirektion hat bereits unzählige Anfragen an uns weitergeleitet, da sie die hohe Zahl an Anfragen nicht mehr alleine bewältigen können“, erklärt TvB-Obmann Alois Seyrling.
Kein Wunder, waren in Heiligendamm rund 17.000 Polizisten und etwa 5.000 Journalisten aus 73 Ländern vor Ort – diese wollen alle untergebracht sein.

Seyrling nimmt den Ansturm aber gelassen: „Die Olympiaregion Seefeld schafft das locker“, erklärt er der PZ.
Da jedoch das großveranstaltungserprobte Seefelder Plateau mit einem Gipfeltreffen solchen Ausmaßes auch noch keine Erfahrung hat, will man „mit den bisherigen Austragungsorten Kontakt aufnehmen und Know-How einholen.“ In Sachen Infrastruktur wird aber nicht nachgerüstet werden müssen: „Seefeld hat alle nötigen Kompetenzen. Es kann nämlich sein, dass auch unsere Kongresssäle für Pressekonferenzen oder ähnliches

vermietet werden. Aber da das Treffen erst in 14 Monaten stattfindet, bleibt uns noch genügend Zeit zur Planung.“
Grundsätzlich steht er dem Gipfeltreffen in unmittelbarer Nähe positiv gegenüber: „Wir hoffen, dass der ein oder andere prominente Politiker auch privat den Weg auf das Seefelder Plateau finden wird.“