20 Jahre Seefelder Handwerksfest

Bereits zum 20. Mal organisiert die Seefelder Kaufmannschaft die Veranstaltung „Altes Handwerk Tirol“. Wie jedes Jahr treffen sich am 2. September-Wochenende in Seefeld Handwerker, die alte Handwerkstraditionen aufrechterhalten und begeistern die Besucher, die hautnah den „alten Meistern ihres Könnens“ bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Die Vorarbeiten der Organisatoren, die sich über ein halbes Jahr erstrecken, sind nun in der Endphase und eines darf verraten werden: Es wird ein ganz besonderes und einmaliges Fest – auch heuer sind wieder über 800 Trachtler mit von der Partie. 100 Stände im Dorfzentrum In der gesamten Fußgängerzone werden über 1500 Frauen und Männer (Handwerker, Musikanten, Chöre, Trachtenvereine, Traktorfahrer u.v.m.) dieses einmalige Fest gestalten und ihr handwerkliches Können in alter Tradition an über 100 Ständen – und über die Freiflächen verteilt – zeigen. Sie kommen aus Nord-, Süd- und Osttirol sowie dem benachbarten Salzburg, Kärnten, Vorarlberg und Bayern. Die Veranstaltung – überdies mit großem Bauernmarkt – hat im Seefelder Tourismusjahr einen sehr hohen Stellenwert. Die Organisatoren treffen eine sehr kritische Auslese und schaffen damit die Basis für dieses unverwechselbare Fest mit seinem ganz besonderen Charakter. Korbflechter, Sattler, Geigenbauer, Filzer‚ Hutmacher, Schmiede, Fassbinder, Wagner, Töpfer, Scherenschleifer, Schildermaler, Stoffdrucker, Goldschmiede, Kerbschnitzer, Bildhauer, Messer- und Besteckmacher, Goldsticker, Federkielsticker, Punzierer, Klöppler, Drechsler, Glasbläser, Gerber, Zimmermann, Graveure, Maskenschnitzer, Zäunebauer, Schafscherer und Latschen-Ölbrenner, um nur einige aufzuzählen. Die Südtiroler Bäcker zeigen unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ den Weg des Roggenkorns vom Acker bis in den Backofen. Der vor Ort hergestellte Brotteig wird zu „Breatln, Vinschgerlen & Co“ verarbeitet und im Holzofen gebacken. Der Brotduft lädt zum Verweilen und Verkosten ein. Natürlich werden auch wieder ganz seltene und fast schon ausgestorbene Handwerke gezeigt, wie Klosterarbeiten und Handwerkskünste, die früher auf den Bauernhöfen gepflegt wurden, wie das Verarbeiten der Schafwolle und des Flachses, das Bohren von Föhrenholz für Wasserrohre, sogar eine Stoßsäge wird aufgebaut, Sensen dengeln, Holzspalten für Zäune u.v.m. Auch der Weg zum Kapitelsaal mit seiner Sonderausstellung zum Thema „Alles zur Tracht“ bietet in den letzten Jahren immer mehr Einblick in fast vergessenes, aber hier erlebbares Handwerk. Nicht nur das Handwerk hat an diesen beiden Tagen seinen festen Platz, auch die echte Volksmusik wird auf sehr feine und authentische Weise an 9 verschiedenen Plätzen in der Fußgängerzone gepflegt. Die vielen Liebhaber der Blasmusik können sich im Musikpavillon auf die Blaskapelle „Simmerinka“ aus Haiming (an beiden Tagen) freuen. Nicht fehlen dürfen die Köstlichkeiten aus Großmutters Küche, die an speziellen Ständen angeboten werden. TIPP: „Kiachln“ und Zillertaler Krapfen probieren. Programmschwerpunkt am Samstag ist der Traktoreinzug um 13.00 Uhr, begleitet von der Musikkapelle Scharnitz. Die ältesten stammen aus dem Jahr 1939. Zum Teil werden historische Arbeitsgeräte mitgeführt, wie der beeindruckende erste Mähbalken vom Seefelder Plateau. Raritäten sind eine standmotorbetriebene Getreidemühle, Gabelheuwender und Kartoffelroder. Für einen stimmungsvollen Festabschluss sorgt am Samstag der Gesangsverein Reith, der den Abendgottesdienst in der Pfarrkirche zum Heiligen Oswald in Seefeld musikalisch begleitet. Der absolute Höhepunkt am Sonntag ist der einmalige Trachtenumzug um 13.00 Uhr mit über 800 Teilnehmern aus Nord- und Südtirol. Dieser wird von der Bürgermusikkapelle Seefeld, der Musikkapelle Patsch und der Musikkapelle Scharnitz begleitet. Auch die Wurzelkapelle Wahlen aus Südtirol ist wieder mit von der Partie – die Wurzeln werden im Wald gesucht, zu Hause getrocknet und dann zu verschiedenen Instrumenten verarbeitet. Den Abschluss beider Umzüge bildet der Verein „Herr der Räder“ auf ihren nostalgischen Hochrädern. Gratis-Zuseher Parkplätze gibt es übrigens an beiden Tagen am Parkplatz Rosshütte. Von dort verkehrt ein Gratis-Shuttlebus zum 20. Seefelder Handwerksfest.