Am Samstag, den 15. November 2025, versammelten sich im Arlbergsaal die Delegierten der Bergrettung Tirol, um das 75-jährige Bestehen der Organisation zu feiern, zentrale Beschlüsse zu fassen und gemeinsam die zukünftigen Herausforderungen im alpinen Rettungswesen zu betrachten. Die Landesversammlung bot eine umfassende Rückschau, präsentierte aktuelle Entwicklungen und setzte inhaltliche Schwerpunkte für die kommenden Jahre. Zu den Ehrengästen zählten neben Landesrätin Cornelia Hagele auch Bürgermeister Helmut Mall, Vertreter befreundeter Organisationen, wie Leitstelle Tirol, Alpenverein, Alpinpolizei, Feuerwehr, Rettung, Bergwacht sowie Ehrenmitglieder der Bergrettung.
75 Jahre Bergrettung Tirol – Ein Rückblick mit prägenden Persönlichkeiten
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Ekkehard Wimmer mit dem Zitat: Zeiten ändern sich, wir verändern uns, die Bergrettungsarbeit wandelt sich – sehen wir die Herausforderung als Chance für die Zukunft! Im Mittelpunkt des Jubiläums stand eine Podiumsdiskussion, in der Josef Hofer und Alois Höflinger – beide heuer mit dem Grünen Kreuz ausgezeichnet – eindrucksvoll aus ihrer Bergrettungszeit aus den 1980er Jahren erzählten. Mit persönlichen Erlebnissen veranschaulichten sie die Entwicklung von Ausrüstung, Einsatzabläufen und der Zusammenarbeit im alpinen Raum.
Ergänzt wurde die Runde durch Regina Poberschnigg, die erste weibliche Flugretterin Österreichs und eine der ersten Frauen in der Bergrettung Tirol. Seit 1997 aktives Mitglied, berichtete sie über ihre Erfahrungen als Frau in der Bergrettung, die heute hervorragend integriert ist.
Blick in die Zukunft: Nachwuchs stärkt das Ehrenamt
Ein besonderer Moment der Versammlung galt einem der jüngsten Einsatzbergrettern: Niclas Dufner, welcher bei seinem Eintritt 16 Jahre alt war und voller Motivation seine Ausbildung begonnen hat. Er steht stellvertretend für die nächste Generation, die bereit ist, Verantwortung im Ehrenamt zu übernehmen und die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern.
Begleitet wurde dieser Ausblick von Bernd Noggler (Geschäftsführer der Leitstelle Tirol) und Markus Welzl (Vizepräsident des Österreichischen Alpenvereins), die beide die enge und unverzichtbare Zusammenarbeit zwischen den alpinen Organisationen betonten. Vor allem im anspruchsvollen Gelände sei eine abgestimmte Kommunikation entscheidend.
Wertschätzung für das Ehrenamt und die alpine Sicherheitsarbeit
Landesrätin Cornelia Hagele würdigte die professionelle Arbeit der Bergrettung Tirol. Sie betonte, dass „fast täglich rund zehn Einsätze“ von den Teams bewältigt werden – eine enorme Herausforderung im alpinen Gelände. Umso wertvoller sei es, dass sich immer wieder neue Mitglieder engagieren und die Organisation stärken. Sie unterstrich ebenfalls besonders die gute Zusammenarbeit zwischen Bergrettung, Leitstelle Tirol und weiteren Blaulichtorganisationen hervor.
Beschlüsse, Wahlen und Ehrungen
Von den insgesamt 91 Ortsstellen der Bergrettung Tirol nahmen 59 Delegierte an der Landesversammlung teil. Der Jahresabschluss für das Jahr 2024 wurde beschlossen, die Landesleitung ordnungsgemäß entlastet und das Budget für 2026 bestätigt.
Für seine langjährige Tätigkeit als Ortsstellenleiter der Ortsstelle Jerzens wurde Christian Kirchebner die Ehrenmitgliedschaft der Bergrettung Tirol verliehen. Im Zuge der Wahlen wurde nach einem geplanten Rücktritt von Hubert Sint das Aufsichtsratsmandat von Thomas Obermoser bestätigt bzw. neu besetzt.
75 Jahre Bergrettung Tirol – Ein starkes Zeichen des Ehrenamts
Mit beeindruckenden Einblicken in die Vergangenheit, der Motivation der nächsten Generation und klaren strukturellen Entscheidungen zeigt die Landesversammlung: Die Bergrettung Tirol ist bestens für die Zukunft gerüstet. Seit 75 Jahren stehen engagierte Ehrenamtliche bereit, Menschen im alpinen Raum zu helfen – und werden dies mit derselben Entschlossenheit auch in den kommenden Jahrzehnten tun.
Text-\Bildquelle: © Österreichischer Bergrettungsdienst – Land Tirol
