Abschied von beliebtem Seelsorger

Florian Smekal übergab Pfeifer das Geschenk des Pfarrgemeinderats (Foto: Holy).

Mit einem großen Fest verabschiedete sich die Pfarre Seefeld am vergangenen Sonntag von Pfarrer Egon Pfeifer. Obwohl erst 64 tritt der beliebte Priester in den wohlverdienten Ruhestand. Dabei bleibt er Seefeld erhalten, denn hier hat er eine zweite Heimat gefunden. Sein Nachfolger wird Mateusz Kierzkowski, der zuletzt Pfarrer in Vils war. Doch zurück zu Egon Pfeifer, der in Kappl gemeinsam mit drei Geschwistern aufgewachsen ist und schon mit zehn Jahren ans Paulinum in Schwaz wechselte. Später studierte er an der Theologie in Innsbruck und wurde Kooperator in Breitenwang, dann Jugendseelsorger der Diözese Innsbruck. Als er 1989 erfuhr, dass man für Seefeld einen Pfarrer suche, fuhr Pfeifer in der Weihnachtszeit „incognito“ in die Tourismusgemeinde, um sich über seine künftige Wirkungsstätte zu informieren. In der Folge bewarb er sich bei Bischof Reinhold Stecher und bekam für diese Aufgabe auch den Zuschlag. Schon bald musste er auch die Betreuung von Mösern und zuletzt auch jene der Pfarre Reith übernehmen. Er kümmerte sich intensiv um die Organisation der pfarrlichen Einrichtungen und sanierte in zwei Etappen den Seefelder Widum. Politisch setzte er sich für finanziell schwach gestellte Gruppen in der Gesellschaft ein. Sein Verdienst ist die Siedlung hinter dem Seekirchl, wo mehrere junge Familien einen Wohnraum fanden und schließlich gelang es ihm, Alt-Bgm. Helmut Kopp aus Telfs zu überzeugen, in Seefeld die Seniorenresidenz zu errichten. „Egon hat nicht nur als Pfarrer und Seelsorger zu Seefeld gepasst, er hatte auch gleich viele Kontakte zu den Menschen hier geknüpft und so ist es nicht verwunderlich, dass er auch in der Pension in Seefeld bleiben wird“, so Pfarrgemeinderatsobmann Florian Smekal. „Egon hat am Plateau eine zweite Heimat gefunden!“ Pfeifer suchte den Kontakt zu den Seefelder Vereinen und brachte sich intensiv bei der Bergrettung und Feuerwehr, viel mehr aber noch bei den Höpfeler Narren ein. Unter anderem komponierte er das „Höpfeler Lied“, das bei der Fasnacht immer wieder wiederholt wird. Auch die Kirchenmusik lag ihm sehr am Herzen. Häufig griff er während der Messen selbst zur Gitarre, gründete einen Jugendchor und komponierte eine Kindermesse, die sogar vom ORF aufgezeichnet wurde. Bei der Abschiedsfeier am vergangenen Sonntag wurde Pfeifer von der Musikkapelle, vom Familienverband, Ministranten und anderen Kindern im Widum abgeholt. Die Messfeier wurde vom Kirchenchor und dem von ihm vor vielen Jahren gegründeten Jugendchor musikalisch umrahmt. Die Musikkapelle intonierte nach dem Schlussgebet das von Tony Millner arrangierte Lied „Diese Feier geht nun zu End“ aus Egons Kindermesse. Nach den Festansprachen und Geschenkübergaben wechselte man in den Hof des Hotel Klosterbräu, wo die gesamte Pfarre gemeinsam mit ihrem langjährigen Priester ein rauschendes Fest feierte. Am kommenden Sonntag, den 3. September um 9 Uhr findet die Einführung des neuen Pfarrers Mateusz Kierzkowski statt. Pfarrer Pfeifer wird ihm während seiner Pension helfend zur Seite stehen.