Auch Leutasch will von WM profitieren

Bgm. Jorgo Chrysochoidis (Foto: Archiv).

Drei Monate nach der letzten Leutascher Gemeinderatssitzung hatten die Ortsparlamentarier zuletzt einige Themen aufzuarbeiten. Unter anderem standen die Breitbandversorgung, die Sanierung der Trinkwasserversorgung und Parkprobleme in Weidach auf der Tagesordnung. In gewohnt sachlicher und konstruktiver Atmosphäre wurden auch Maßnahmen diskutiert, wie man bei der Nordischen Ski-WM auf Leutasch aufmerksam machen kann. Um dem Problem mit Dauerparkern am Parkplatz beim Musikpavillon in Weidach Herr zu werden, beschloss man, diesen aus der Gästeparkkarte auszunehmen, da der Parkplatz für Wanderer und Langläufer ohnehin nicht ideal positioniert ist. Außerdem wurde ein Nachtparkverbot für den Winter in der Zeit von 24 bis 6 Uhr verordnet, damit die Schneeräumfahrzeuge ihre Arbeit erledigen können. Nur wenige Jahre nach Abschluss der Wildbachverbauung entlang der Leutascher Ache muss man vor allem wegen Eintiefungen im Bereich der Weidachbrücke neuerlich Sanierungsarbeiten durchführen. Diese werden zwar von Bund und Land zu je einem Drittel mitfinanziert. Trotzdem waren die Gemeinderäte der Ansicht, dass man mit dem Wasserbauamt des Landes über Schadenersatzansprüche verhandeln müsse, da bereits zwei Jahre nach den Bauarbeiten schwere Mängel auftraten. Eine deutliche Verbesserung konnte man hingegen als Folge einer Wasserverlustanalyse mit anschließender Fehlerbehebung feststellen. Bgm. Chrysochoidis: „Obwohl wir den täglichen Wasserverbrauch um 200 Kubikmeter verringern konnten, gibt es immer noch Schwachstellen in Weidach. Wir sollten also die gleiche Firma aus Graz noch einmal beauftragen, damit sie den Versorgungsbereich Weidach eingehend untersucht.“ Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde eine bessere Beleuchtung der Schutzwege in Leutasch. GR Rainer Außerladscheider bekrittelte den Zustand eines Gehsteigs beim Familienhotel Marcati: „Das sieht nicht nur fürchterlich aus, sondern ist auch gefährlich. Wenn im Bereich der Kreuzung Grabungsarbeiten durchgeführt werden, sollten wir auch gleich den Gehweg sanieren!“ Da die Breitbandversorgung kurz vor der Fertigstellung ist und mit den Hausanschlüssen begonnen werden soll, einigten sich die Gemeinderäte darauf, die Technik dafür selbst anzuschaffen. Bgm. Chrysochoidis: „Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Leutascher das Angebot annehmen. Wenn der Bauhof die Arbeiten selbst erledigt, können wir attraktive Preise anbieten!“ Statt die Arbeiten zu vergeben, beschloss man, das benötigte Fahrzeug, den Baukompressor, das Einblas- und das Spleissgerät um insgesamt 72.000 Euro anzukaufen (einstimmig). Die Gemeinde erhält nämlich einen Gutteil der Investition aus Fördermitteln retour. Eine ungewöhnliche Maßnahme setzte der Gemeinderat bei einer Umwidmung in Moos. Da der Besitzer einer Pension einen Teil seines Baugrundes verkaufen will und so eine kleine unbebaubare Parzelle entsteht, wurde dieses Grundstück kurzerhand rückgewidment. Chrysochoidis: „Diese unpopuläre Maßnahme müssen wir in Zukunft leider öfter setzen, da uns im Zuge der Erstellung des neuen Raumordnungskonzeptes vom Land vorgehalten wurde, dass Leutasch über 33 Hektar unbebautes Bauland verfügt.“ Der Ortschef berichtete auch, dass durch die Zusammenlegung der Plateau-Fußballvereine der Fußballplatz in Leutasch deutlich häufiger genutzt wird: „Das hat dazu geführt, dass die Toiletten und Umkleidekabinen nicht mehr ausreichen. Da für die Sportplatzsanierung nur 100.000 Euro im Budget vorgesehen waren, entschieden wir uns zwischenzeitlich für eine Containerlösung, in der auch öffentlich zugängliche WC-Anlagen untergebracht sind. In zwei bis drei Jahren werden wir dann sicher eine bauliche Lösung suchen. Vorerst können wir uns diese aber nicht leisten!“ Nicht ohne auf Leutasch aufmerksam zu machen, möchte der Leutascher Rat allerdings die Nordische Ski-WM verstreichen lassen. Unter anderem will man für jene Sport-Nationalmannschaften, die in Leutasch nächtigen, einen entprechenden Empfang organisieren. Der Ort soll mit Fahnen und Schneeskulpturen geschmückt werden. Die Sportanlagen sollen sich in einem Top-Zustand präsentieren. Die anwesenden Medienvertreter sollen nach Leutasch eingeladen werden. Chrysochoidis: „Events oder ein Public Viewing sind hingegen vom ÖSV nicht erwünscht. Das könnte zu einer Konkurrenz zu den WM-Veranstaltungen ausarten. Wir haben aber noch zahlreiche Ideen, wie wir die WM nutzen können. Wir werden drüber zu gegebenem Zeitpunkt informieren!“