Bergweihnacht und Winterparty vor Aus?

Bettina Moncher und Hubert Malleier sind zutiefst verärgert (Foto: Archiv).

Der Haussegen zwischen der Veranstaltungsagentur Starmaker, die zehn Jahre lang die „Klingende Bergweihnacht“ und fünf Jahre lang die Winterparty mit Andreas Gabalier veranstaltete, und dem Vorstand der Olympiaregion hängt schief. Der Tvb wirft der Agentur vor, nicht mehr zur Leistungserfüllung bereit und daher vertragsbrüchig zu sein. Hubert Malleier und Bettina Moncher von Starmaker kontern, dass es definitiv keinen Vertrag sondern ausschließlich Subventionszusagen gibt.
Für eine Fortsetzung ihres Engagements brauche es andere Rahmenbedingungen und eine neue Gesprächsbasis. „Besonders die Abmontage eines Bergweihnachtsplakats am Klosterbräuparkplatz durch den Tvb-Obmann Alois Seyrling ist inakzeptabel“, so Malleier.
Die Vorgeschichte ist eine sehr erfolgreiche: Als 2009 zum letzten Mal ein Love&Lights-Konzert in Seefeld abgehalten wurde, hatten Malleier und Moncher die Idee zu einer dreitägigen Veranstaltung am Winter-Saisonbeginn als Ersatz. Große Volksmusikstars wie der junge Andreas Gablier, Hansi Hinterseer, die Kastelruther Spatzen oder Semino Rossi sollten Volksmusikfans aus ganz Europa in die Plateaugemeinde locken und so die Saison verlängern. Sie suchten, um die Planungssicherheit zu gewinnen, um mehrjährige Subventionszusagen bei Gemeinde und Tvb an, knüpften die Kontakte zu Reiseveranstaltern, zu Busunternehmen und Partnerhotels. Viele Hotels in Seefeld konnten in den Folgejahren früher öffnen. Jedes Jahr kamen tausende Besucher. Auch die Kaufleute und der Christkindlmarkt profitierten.
„Enttäuschend war die im Vorjahr im Gemeinderat vorgetragene Subventionseinstellung“, so Moncher. „Bgm. Frießer versicherte in der Sitzung, dass er mit Elias Walser gesprochen habe und der Tvb die Subvention übernehmen wird. Der Geschäftsführer entgegnete, dass der Bürgermeister nie mit ihm darüber gesprochen hat.“
Im November erfolgte die Demontage eines Transparents der „Klingenden Bergweihnacht“ am Klosterbräuparkplatz. „Tvb-Obmann Seyrling behauptete, dass dieser Platz ausschließlich für die Bewerbung des Gabalier-Konzerts genehmigt worden sei und gab uns fünf Tage Zeit, das Transparent abzuholen“, so Malleier. „Ansonsten werde es entsorgt. Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht!“
Die Klingende Bergweihnacht mit den Kastelruther Spatzen im Dezember verlief sehr erfolgreich, die Veranstalter stießen aber seitens der WM-Halle auf viele Unzulänglichkeiten: „Trotz 1500 Besucher war kein Infostand des TVb aufgestellt, das Café Loungis war geschlossen! Seit Jahren erhielten wir nicht genügend Büros sowie Backstageräumlichkeiten. Statt der von den Kastelruthern verlangten vier Umzugsräume gab es widerwillig einen einzigen. Die Zuschauer, die während der Pause ins Freie gingen, konnten danach nicht mehr in die Halle, da die automatische Türschließung aktiviert war“, ärgert sich Moncher.
Malleier ergänzt: „Da die WM-Halle nicht einmal über eine Mindestausstattung an Konzertstühlen verfügt, mussten wir in den letzten Jahren über 15.000 Euro für die zusätzliche Anmietung von Konzertstühlen bezahlen!“
Dann der endgültige Clou: „Ende Dezember schickte der Tvb bereits E-Mails an Reisever­anstalter, dass es 2019 auf alle Fälle eine Fortführung der Bergweihnacht geben werde. Von einer Absprache mit Starmaker ist die Rede, ohne uns zu informieren“, so Malleier.
Für den Starmaker-Chef hängen aber auch die Winterparties in der Luft: „Andreas Gabalier und ich hatten im Vorjahr kurz vor seiner Abreise an der Rezeption des Hotels Klosterbräu ein Flugblatt entdeckt, in dem sich Gäste für die Winterparty 2019 unverbindlich Zimmer und Tickets sichern konnten. „Diese Werbeaktion des Hotels Klosterbräu hat unter anderem auch dazu beigetragen, dass 2019 keine Winterparty in Seefeld stattfindet“, so Malleier.
Für Ärger sorgte aber auch eine wenig erfolgreiche Sommerveranstaltung.
Malleier: „Als wir die erste Winterparty mit Andreas Gabalier 2014 in Seefeld veranstalten wollten, wurde dies vom Tvb-Vorstand ursprünglich abgelehnt. Erst nach Einschreiten des damaligen Casino-Dir. Ernst Hubmann erfolgte ein Umdenken. Man einigte sich, die Winterparty am Klosterbräuparkplatz zu machen. Um diesen Platz ‚konzerttauglich zu machen‘, wurden von Starmaker rund 25.000 Euro in die Infrastruktur investiert – Hügel und Bäume wurden entfernt, das Areal wurde vermessen. Eine Kanalverlegung war notwendig. Der Name ‚Klosterbräuarena‘ wurde von Starmaker erfunden und europaweit vermarktet. Als Dank erfuhren wir dann im Vorjahr aus der Zeitung, dass dort mit der ‚Der Berg bebt’ eine Volksmusikveranstaltung mit einer anderen Agentur abgehalten wird.“
Malleier abschließend: „Unter solchen Voraussetzungen ist eine Zusammenarbeit mit Tvb und Gemeinde Seefeld nicht mehr möglich. Als heimische Agentur wurden wir nicht einmal eingeladen, uns bei der WM 2019 einzubringen. Wenn man mit uns zusammenarbeiten will, müssen sich die Bedingungen und die Gesprächskultur ändern!“

KEINE ZUSAMMENARBEIT MÖGLICH!
Die Plateauzeitung hat natürlich auch von Tourismusverband und Gemeinde Seefeld Stellungnahmen zu den Vorwürfen der Veranstaltungsagentur Starmaker betreffend der Veranstaltungen „Klingende Bergweihnacht“ und „Winterparty mit Andreas Gabalier“ eingeholt.
Bgm. Werner Frießer, Tvb-Obmann Alois Seyrling und Tvb-Geschäftsführer Elias Walser haben sich dazu entschlossen, ein gemeinsames Statement abzugeben: „Die Aussagen und Vorwürfe von Starmaker, im Konkreten von Bettina Moncher und Hubert Malleier, sind weder korrekt noch stimmen die zeitlichen Abläufe und Zusammenhänge. Obwohl die zwischenmenschliche Zusammenarbeit mit Bettina und Hubert seit langem mehr als schwierig war, wurden die Agentur und ihre Events unterstützt, zu lange, wie es scheint. Die Gemeinde und der Tourismusverband sind nicht die ersten Geschäftspartner, die dem Veranstalter-Duo aus diesem Grund den Rücken kehren – eine weitere Zusammenarbeit
ist bei den Gepflogenheiten von Moncher und Malleier für uns ausgeschlossen.“