Bgm. Frießer gedachte in Israel dem Holocaust

Bgm. Frießer mit seinem Gastgeber Günter Lieder (Isr. Kultusgemeinde, Foto: Frießer).

Gemeinsam mit Landeshauptmann Günther Platter, Bischof Hermann Glettler und dem evangelischen Superintendenten Olivier Dantine fuhr kürzlich Seefelds Bürgermeister Mag. Werner Frießer nach Jerulsalem, um der Novemberpogrome 1938 in Tirol zu gedenken. Frießer wurde dazu von Günter Lieder, dem Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde eingeladen, da Seefeld vor zwei Jahren am Seefelder Friedhof eine Gedenkstätte für 63 Holocaust-Opfer errichtet hatte. Kurz vor Kriegsende waren tausende halb verhungerte Häftlinge bei einem Todesmarsch Richtung „Alpenfestung“ durch Seefeld getrieben worden. Viele verhungerten oder erfroren und wurden am Seefelder Friedhof begraben. Zu Beginn der Israel-Reise traf die Tiroler Delegation auf die beiden Holocaustüberlebenden Abraham Gafni und Judith Smetana, die nach den gewalttätigen Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung bei den Novemberpogromen 1938 aus Innsbruck geflüchtet waren. Im Anschluss besuchte die Delegation das Peres-Center for Peace and Innovation in Jaffa, das vom ehemaligen israelischen Präsidenten und Nobelpreisträger Shimon Peres gegründet worden war und sich als ThinkTank versteht. Danach trafen die Mitglieder der Tiroler Landesregierung in der Knesset – dem Parlament Israels – mit dem israelischen Kanzleramtsminister Michael Oren zusammen, um über die politische Lage in Nahost zu sprechen. Die Delegation suchte zudem gemeinsam mit Bischof Glettler den apostolischen Administrator von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, auf. In der anschließenden Führung durch die Jerusalemer Altstadt wurden zentrale Orte der Christenheit, des Judentums und des Islam besucht. Vor der Grabeskirche sprach Bischof Glettler gemeinsam mit dem Superintendenten der Evangelischen Kirche, Olivier Dantine, ein ökumenisches Gebet. Zu einem zentralen Moment der Israel-Reise zählte der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, wo Landeshauptmann Platter gemeinsam mit Botschafter Martin Weiss im Namen der ganzen Delegation in der Halle der Erinnerung einen Kranz niederlegte. „Nicht nur die Erzählungen der Holocaustüberlebenden, auch die Besuche der historisch geprägten Orte haben uns einmal mehr die wesentliche Bedeutung vor Augen geführt, dass solches Unrecht nie wieder geschehen darf“, so Platter im Anschluss. Auch Bgm. Frießer zeigte sich bei seiner Rückkehr aus Israel tief beeindruckt: „An so einem Gedenktag gemeinsam mit den höchsten kirchlichen Vertretern von drei Glaubengemeinschaften auf einem Kreuzweg mitten im Araberviertel Jerusalems ein Gebet zu sprechen, das ist ein spirituelles Erlebnis, das man nicht in Worte fassen kann!“