Disput um Kinderkrippe „Willi“

„Die Kindergruppe „Willi“ bei einer Alpaka-Wanderung in Seefeld (Foto: Kindergruppe „Willi“).

Bei der vorletzten Reither GR-Sitzung wurde die Übernahme der Kindergruppe „Willi“ durch die Gemeinde Reith beschlossen. Ohne vorherige Absprache mit der Gemeindeführung schickten die Verantwortlichen von „Frauen im Brennpunkt“, die die Einrichtung seit 19 Jahren betreuen, einen Brief an die Eltern. Bgm. Dominik Hiltpolt zeigte sich „not amused“!
„Bereits im vergangenen Jahr sind wir das erste Mal an die Gemeinde Reith bzw. ihren Bürgermeister herangetreten und haben ihn informiert, dass die Kinderkrippe ‚Willi‘ für unseren Verein nicht kostendeckend ist“, argumentiert Frauen im Brennpunkt-Obfrau Mag. Angelika Alp-Hoskowetz in diesem Schreiben. „Um den Versorgungsauftrag der Gemeinde, den Kindern und Eltern gegenüber auch weiterhin zu gewährleisten und den ‚Willi‘ als Teil unseres Vereins weiter bestehen zu lassen, haben wir uns dazu entschieden, unsere Kosten transparent offenzulegen.“
Aus Vereinssicht wurde nicht gefordert, dass die Gemeinde jährlich eine Summe von 30.000 Euro ­übernehmen sollte. Diese Summe entspricht in etwa dem Minus, das die Kinderkrippe derzeit schreibt. Man bat nur um eine Sondersubvention.
Geschäftsführerin Claudia Bierbaum betont: „Leider mussten die Eltern unserer betreuten Kinder im ‚Willi‘ vergangenen Donnerstag aus der Plateauzeitung erfahren, wie es mit der Kinderkrippe weitergeht. Das finden wir sehr schade. Wir hätten die Eltern sehr gerne direkt informiert. Wir stimmen auch nicht damit überein, wie der Sachverhalt in der Plateauzeitung dargestellt wurde.“
Dem hält Bgm. Dominik Hiltpolt entgegen: „Ich habe bereits am Tag nach der Gemeinderatssitzung telefonisch mit dem Verein Kontakt aufgenommen und über den Inhalt des Beschlusses und die Beweggründe informiert. Die Feststellung, dass es bisher keine offizielle Reaktion der Gemeinde gegeben hätte, entspricht daher nicht den Tatsachen. Das Vorgehen, einen Elternbrief nach 19-jähriger Partnerschaft ohne inhaltliche Absprache auch an die Presse weiterzuleiten, verwundert mich persönlich. Es steht mir aber nicht zu, dies zu kommentieren, da die Kindergruppe ‚Willi‘ keine Einrichtung ist, die in die Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinde Reith integriert ist.“
Der Bgm. in seiner Antwort an Frauen im Brennpunkt: „Auch wenn die Entscheidung nicht wie gewünscht ausgefallen ist, würde ich doch ­– auch im Sinne der jahrelangen, ausgezeichneten Partnerschaft – ersuchen, dass die Kommunikation zwischen Gemeinde und dem Verein nicht über Presse und betroffene Eltern, sondern in Zukunft wieder direkt erfolgt. Persönlich würde ich mich freuen, wenn die Gemeinde die Gelegenheit erhalten würde, sich beim Verein in einem offiziellen Rahmen zu bedanken und lade bereits jetzt schon zu einer persönlichen Aussprache ein. In diesem Zuge können wir zusammen mit der Gruppenleiterin Martina Gruber sämtliche offenen Fragen und Details besprechen.“
Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe teilte uns Bgm. Hiltpolt mit, dass diese Aussprache Anfang Mai zwischen den Verantwortlichen von „Frauen im Brennpunkt“ und ihm stattfinden wird: „Für den Verein war das Projekt ein großer Erfolg. Da nunmehr aber die Gemeinden vom Gesetzgeber beauftragt wurden, die Kleinkindbetreuung selbst zu organisieren, ist das ursprüngliche Ziel der Kindergruppe erfüllt und einer Übernahme der Einrichtung durch die Gemeinde steht nichts mehr im Wege!“