Doping-Show auf Kosten von Sport und Fans

Doping ist inakzeptabel, der Polizeieinsatz in Seefeld leider auch (Foto: Adobe Stock)!

Doping ist niederträchtig, da man sich mittels illegaler, leistungssteigender Methoden bessere, sportliche Resultate erkaufen will. Toleranz ist daher bei Doping fehl am Platz, auch bei der Fis-Nordischen WM in Seefeld. Genauso wie die Tatsache, dass man vier, fünf Jahre lang zuwartet, bis man mit einem akkordierten Polizeieinsatz mit 120 Mann mitten in einer Weltmeisterschaft diesen Skandal publikumswirksam aufdeckt, indem man mit Blaulicht und Folgetonhorn mitten durch friedlich zum WM-Stadium ziehenden Fans mit Polizeiautos rast und Schrecken und Entsetzen verbreitet. Fast höhnisch klingen da die Worte von Einsatzkommandant Erich Lettenbichler, der kurz vor der Eröffnung meinte: „Wir erwarten kein erhöhtes Gefahrenpotential und werden daher alles tun, damit es ein tolles Sportfest wird!“ Offenbar wusste man bereits zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der ARD-Doku „Geheimsache Doping“ im Jänner vom Doping-Netzwerk und hatte lange zuvor schon Sportler und Ärzte in mehreren Ländern observiert.  Wie will man sich da noch rechtfertigen, dass es nicht Profilierung- und Beifallssucht war, die die Beamten dazu veranlasste, die Razzia, wie schon bei den Olympischen Spielen in Turin oder Sotschi, mitten in einen Großevent zu verlegen und so die  zehntausenden Fans, die 695 sauberen Sportlerinnen und Sportler sowie hunderte Volunteers, Hoteliers, Touristiker und Organisatoren in Seefeld zu brüskieren: Denn offenbar ließ man die Dopingsünder wissentlich gedopt so lange weiterlaufen, bis die Scheinwerfer der weltweiten Medien auf Österreich, Tirol und insbesondere die Olympiaregion gerichtet waren. Peinlich genug, dass es sich bei den inhaftierten Österreichern auch noch um Polizeischüler handelt. Von denjenigen, die sich dieses Drehbuch ausgedacht haben, dürfen sich die Olympiaregion und ihre weltmeisterlichen Gäste die Stimmung nicht versauen lassen. Es ist einer Weltmeisterschaft unwürdig, was sich da die Exekutive einfallen hat lassen.

Bernhard Rangger (Redakteur)