FP-Abwerzger unterstützt Umfahrung Reith

Markus Abwerzger im PZ-Gespräch (Foto: Rangger).

Dass Verkehrsminister Norbert Hofer Tirols FP-Chef Markus Abwerzger zur Bahnhofseröffnung in Seefeld schickte, führte in der Tiroler Landesregierung zu Kritik. Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe sorgte er mit der Aussage, den für die Flüchtlingsbetreuung zuständigen TSD abschaffen zu wollen, für Wirbel. PZ-Redakteur Bernhard Rangger hat daher Abwerzger aus aktuellem Anlass als ersten Landespolitiker zur Interviewserie zur Nordischen WM 2019 eingeladen.
Zur Person
AW: Ich bin in Dornbirn geboren und studierte Rechtswissenschaften in Innsbruck. Seit 2009 bin ich selbstständiger Anwalt in Innsbruck. Ich bin seit meinem 17. Lebensjahr Mitglied der FPÖ. Erst, als ich mein berufliches Standbein aufgebaut hatte, begann ich mit der politischen Arbeit. Ich habe eine vierjährige Tochter und versuche, viel für meine Familie da zu sein. Zum Glück ist meine Frau sehr verständnisvoll, sodass ich die Doppebelastung Beruf und Familie unter einen Hut bringen kann.
Zur Region
AW: Ich bin viel am Plateau, mehr noch meine Frau und meine Tochter, die einen Großteil ihrer Freizeit hier verbringen. Wir genießen die Natur und gehen wandern. Im Winter sind wir zum Skifahren und Eislaufen hier und lassen die weihnachtliche Atmosphäre auf uns wirken. Gemeinsam mit den Großeltern waren wir auch schon mit den Kutschen unterwegs. Auch die hervorragende Gastronomie besuchen wir gerne.
Ministervertretung
AW: Es war für mich eine große Ehre, den Infrastrukturminister bei der Bahnhofseröffnung zu vertreten. Natürlich hab ich mich gut vorbereitet, da mir der öffentliche Verkehr ein großes Anliegen ist. Gerade in Tourimusregionen braucht es eine passende Infrastruktur, damit viele Gäste auf den Pkw verzichten können. Deshalb sind nicht nur der neue Bahnhof, sondern auch die neuen, ganzjährigen ICE-Anbindungen von und nach Norddeutschland für Seefeld ein Geschenk. Ich habe mich auch bei der Landtagswahl für den zweigleisigen Ausbau der Bahn zwischen Ötztalbahnhof und Zams eingesetzt, der in der Folge ins schwarz-grüne Regierungsprogramm aufgenommen wurde.
Elektromobilität
AW: Auch für Elektro- und Wasserstoffautos braucht es Straßen. Wir müssen also weiterhin das Straßennetz in Tirol ausbauen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Die FPÖ tritt für mehr Verkehrssicherheit ein. Daher fordern wir, dass Autobahntunnel in Tirol zweispurig ausgebaut werden. Ich durfte Norbert Hofer auch bei der Eröffnung des zweiten Perjentunnels vertreten. Die Asfinag baut zwar viele Straßen. Wir Feiheitlichen möchten aber, dass das Geld, welches in Tirol erwirtschaftet wird, auch vornehmlich hier eingesetzt wird.
Umfahrung Leithen
AW: Natürlich braucht es noch eine Kosten-Nutzen-Analyse. Für mich steht aber der Anrainerschutz im Vordergrund. Wir haben daher einen unserer Programmschwerpunkte „Mehr Luft zum Atmen“ genannt. Wir werden die Bevölkerung von Leithen unterstützen und hoffen auf eine rasche Umsetzung des im Regierungsprogramm erwähnten Projekts.
Tourismusstrategie
AW: 25 Prozent der Bruttowertschöpfung kommt in Tirol aus dem Tourismus. Die FPÖ Tirol tritt für einen ökologisch sinnvollen und ökonomisch wertvollen Tourismus ein. Tirol soll nicht zubetoniert, sondern eine intakte Natur erhalten werden, denn dies ist eines der Hauptmotive, warum Gäste zu uns kommen. Es braucht aber auch Zukunftsperspektiven und da fehlen mir die Konzepte. Denken Sie an die Seilbahngrundsätze, die zuletzt mehr oder weniger fortgeschrieben wurden. Es braucht einfach mehr Innovation. Wir unterstützen nicht die Bettenmaximierung, sondern Ideen, wie wir zahlungskräftige Gäste nach Tirol bringen.
Arbeit im Tourismus
AW: Die FPÖ hat auf Regierungsebene durchgesetzt, dass die Umsatzsteuer von Beherbergungsbetrieben wieder auf zehn Prozent gesenkt wurde. Außerdem wurde die Flexibilisierung der Arbeitszeiten beschlossen. Damit wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarkts gerecht werden. Das bietet nicht nur Vorteile für die Arbeitgeber, sondern auch für die Arbeitnehmer und erhöht die Möglichkeiten zu attraktiven Berufen in dieser Branche.
TSD-Abschaffung
An uns sind Bedienstete des TSD herangetreten und haben auf massive Sicherheitsprobleme hingewiesen. Auch der Rechnungshof hat im Vorjahr Misswirtschaft und sinnlose Anschaffungen aufgezeigt. Es war also nicht der Mord an einer jungen Syrerin, der zu unserer Forderung nach Beendigung dieses schwarz-grünen Experiments führte, es ist die aktuelle Situation beim TSD. Es fehlen Sicherheitskonzepte für Bewohner und Anrainer, insbesondere aber auch für die Mitarbeiter, die mit sehr viel Engagement in diesen Heimen arbeiten.
Arbeiterkammerwahl
AW: Wir treten erstmals bei dieser Wahl als Partei an und haben mit Bettina Moncher aus Seefeld eine lokale Kandidatin. Unser Ziel ist es, die Interessen von Arbeitergebern und Arbeitnehmern unter einen Hut zu bringen und den Klassenkampf zu beenden. Wer also nicht für den Kurs des tiefschwarzen AK-Präsident Erwin Zangerl ist, sondern hinter der Arbeit der Koalition Strache-Kurz steht, muss unsere Liste wählen.
FIS Nordische WM
AW: Ganz Tirol freut sich auf diesen Event. Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache wird persönlich anreisen und hat mich eingeladen, ihn zu diesem Event zu begleiten. Ich hoffe auf schöne Spiele, ein ähnliches Wetterglück wie bei der Rad-WM und wünsche der Seefelder Gemeindeführung, dass am Ende die Abrechnung kein Kopfweh bereitet und alle Kosten richtig kalkuliert wurden.