Für WM-Geld nach Wien reisen!

Sport-Sektionschef Philipp Tratter im Gespräch mit Bernhard Rangger (Fotos: P. Blumauer).

Wie im Fördervertrag vom August 2018 vereinbart, hat das Sportministerium der Gemeinde Seefeld für die FIS-Nordische WM in zwei Tranchen 8,8 Mio. Euro überwiesen, so Sport-Sektionschef Philipp Trattner, der vergangenen Freitag auf Einladung von „Starmaker“ zum FPÖ-Landesparteitag in Igls kam. „Obwohl die Seefelder meine Handynummer haben, über die ich stets zu erreichen bin, habe ich aus der Lokalzeitung erfahren, dass Land und Bund mit den Zahlungen in Verzug seien. Dabei liegt mir weder einen Antrag noch eine Begründung dafür vor!“
Aus aktuellem Anlass führte Bernhard Rangger mit dem Sektionsschef von Vizekanzler HC Strache das folgende Interview.
PZ: Sind Sie mit der Seefelder Gemeindeführung verärgert?
Trattner: Keinesfalls. Entscheidend für Bundesförderungen ist, ob sie bundesrelevant sind oder nicht. Die Seefelder sollen ihre Unterlagen zusammenpacken, zum neuen Bahnhof gehen, der sich während der WM so wunderbar als Verkehrsdrehscheibe bewährt hat und zu mir nach Wien fahren, damit wir prüfen können, ob wir da noch was tun können. Nur weil weiter gebaut wurde, obwohl das vereinbarte Geld nicht ausreicht, ist das keine Begründung für eine Bundessubvention. Wir bewerten jeden Einzelfall separat und müssen auch Anliegen anderer Subventionswerber nach den gleichen Kriterien beurteilen, die auch für Seefeld gelten. Und knapp 900.000 fließen ja noch nach Rechnungslegung aufs Plateau!“
PZ: Kennen Sie die Situation vor Ort?
Trattner: Ich war in den vergangenen zwei Jahren mehrfach in Seefeld und habe auch während der WM gemeinsam mit dem Vizekanzler den Mannschaftsbewerb der Nordischen Kombinierer mit dem Bronzeerfolg von Bernhard Gruber, Mario Seidl, Franz-Josef Rehrl und Schlussläufer Lukas Klapfer im WM-Stadion miterlebt. Nach der Flower-Zeremonie sind wir am Weg zur WM-Meile auf Bgm. Werner Frießer getroffen, dem ich zu seiner perfekten Organisationsarbeit herzlich gratuliert habe. Dann haben der Minister und er ein paar Worte ausgetauscht. Dort wurden natürlich keine Subventionsgespräche geführt. Für solche Gespräche benötigen wir in Wien die entsprechenden Unterlagen!
PZ: Wie hat Ihnen die WM in Seefeld gefallen?
Trattner: Die Veranstaltung war ein großartiger Erfolg. Auch das Wetterglück und die Erfolge der Österreicher haben dazu beigetragen und der Region einen medialen und internationalen Auftritt ermöglicht. Das Verkehrskonzept, die gute Zusammenarbeit mit Exekutive und Bundesheer, alles was wir inspiziert haben, war wirklich wunderbar. Sogar der Dopingskandal, der die Stimmung vor Ort kaum getrübt hat, wurde in einer Form abgehandelt, wie man ihn nur in wenigen Staaten abzuwickeln im Stande wäre.
PZ: Danke für das interessante Gespräch.