GC Seefeld-Wildmoos feiert 50. Geburtstag

So sah der Golfplatz Wildmooss während der Bauphase 1969-70 aus (Foto: GC Wildmoos).

Am 9. Mai 1969 wurde in Seefeld der Golfclub Seefeld-Wildmoos gegründet. In kurzer Bauzeit entstand Nahe des Lottensees eine der ersten 18-Loch-Anlagen Österreichs, die vor allem Gäste, in der Folge aber auch Prominenz und Sportler aufs Plateau lockte. Aus aktuellem Anlass sprachen wir mit dem damaligen Tourismusdirektor Walter Frenes und Präsidentin Andrea Hoch-Sarnthein.
Frenes, der seit der Gründung Vorstandsmitglied des Vereins ist, kann sich noch bestens an die Anfänge erinnern: „Der Tourimsusverband kämpfte mit der Tatsache, dass wir nach der WM zwar im Winter ein finanzkräfiges Publikum hatten, im Sommer aber nur Massentourismus. FIS-Präsident Mark Hodler brachte damals den Stein ins Rollen, als er einen Golfplatz in Seefeld vorschlug.“
Frenes hatte, wie die meisten in Seefeld, noch nie Golf gespielt und er bereiste daher zahlreiche Golfanlagen in Europa und machte eine Marktuntersuchung und bewertete die Zukunftschancen. Da es in Österreich nur eine 18-Loch-Anlage in Wien gab und in den USA und England bis zu 20 Prozent der Bevölkerung Golf spielten, war die Entwicklungsmöglichkeiten für Seefeld sehr gut.
„Am Beginn fassten wir drei Plätze ins Auge. Die Mösererwiese schied wegen der vielen Wanderwege und Sportanlagen gleich wieder aus“, so Frenes. „Für Neuleutasch gab es eigentlich schon eine Präferenz. Doch ein Grundbesitzer mit einem zentralen Grund wollte unbedingt verkaufen. Da kein Geld dafür da war, ging das Rennen an Wildmoos.“
Auch vor 50 Jahren gab es in der Presse zunächst wegen der riesigen Naturfläche und wegen des Trinkwassers einen großen Aufschrei. „Es wurde sogar behauptet, wir würden das Trinkwasser von ganz Telfs vegiften.“ LH Eduard Wallnöfer äußerte sich lange nicht. Am Ende meinte er, Golf wäre gut für den Tourimus. Daher stimme er dem Bau zu und so konnte mit der Umsetzung begonnen werden.
Nach der Clubgründung startet auch schon die Umsetzungphase: Mit Architekt Donald Harradine konnte man einen der bekanntesten Golfplatz-Planer der Zeit gewinnen. 1970 war das Juwel unter den alpinen Golfplätzen fertig. 1971 folgte die Eröffnung des Clubhauses.
Gleich zum Start musste man die österreichische Meisterschaft austragen. Dann setzte man sich mit dem Tourismusverband und den Hoteliers zusammen, um eine Vermarktungsstrategie zu entwickeln. Man schaltetet Gemeinschaftsinserate in Österreichischen, Deutschen und Schweizer Golfmagazinen und konnte so rasch die Bekanntheit des Platzes steigern.
„Dazu kamen einige Golfturniere, die unglaublich zur Popularität beitrugen“, so Frenes. „Allen voran das Turnier der Sportchampions mit Sport-Kommentator Harry Valerian. Aber auch die Schaffung eines gemeinsamen Turniers für Profis und Amateure wurde unglaublich beliebt und wir hatten oft Wartelisten von bis zu 200 Sportlern!“
Golf boomte und mit ihm der Tourismus: Die Fünf-Sterne-Hotelerie nahm keine Busse mehr, sondern setzte ausschließlich auf Privatgäste. Der Golfplatz finanzierte sich von selbst. Sogar große Investitionen in die Verbesserung des Platzeskonnten ohne Subventionen gemacht werden.
„Nach fünfzig Jahren hat sich das Bild leider verändert“, verrät Andrea Hoch, die nunmehr fünfte Präsidentin des Clubs: „Zum Jubiläum möchten wir den Eingangsbereich und die Traingsanlagen verbessern. Auch die Bewässerung muss erneuert werden. Der Investitionsbedarf liegt bei ungefähr zwei Mio. Euro. Das kann der Club nur mit Subventionen stellen!“
Gerade in Hinblick auf das Jubiläum ist man sich aber sicher, dass man bei den Geldgebern Gehör finden wir und auch neue, aber auch die älteren Golfclubmitglieder wieder auf den Platz locken kann: „Zum 50-jährigen Jubiläum beträgt die Aufnahmegebühr 50 statt 5000 Euro. Außerdem planen wir einige attraktive Turniere und Veranstaltungen“, so Hoch abschließend.