Hingucker am „Tor zum Karwendel“

as Äußere soll eine Visitenkarte für Scharnitz werden. (Rendering: Gratl).

Nun ist die Katze aus dem Sack: Das neue Infozentrum in der Schnitzer Länd wird ebenso wie das neue Holzermuseum ein Blockbau. Als Kontrast zur historischen Holzhütte erhält es eine von Arch. Benedikt Gratl hochmodern designte Hülle, die sich in Richtung Karwendeltäler erhebt und neben einem Aussichtsfenster auch eine Aussichtsplattform beinhalten soll. Kostenpunkt: Zwei Mio. Euro. Auf die Gemeinde Scharnitz entfällt eine Finanzierungsanteil von 484.000 Euro! Naturpark-Geschäftsführer Hermann Sonntag erinnerte vor der Projektpräsentation an die zahlreichen Besucherzentren, die der Alpenpark in den vergangenen Jahren umgesetzt hat. „Zwei Arbeitsgruppen haben sich in den vergangenen zwei Jahren mit dem neuen Projekt intensiv auseinandergesetzt“, so Sonntag. „Mit einem bisschen Glück gelang es uns, das Vorhaben als letztes bei der INTERREG in dieser Förderperiode unterzubringen. Bereits im Sommer 2017 soll mit der Errichtung des Holzermuseum begonnen werden. Im September 2019 soll das Gesamtprojekt fertig werden.“ Für die Gestaltung des Erlebnisspielplatzes beauftragte man keine Architekten, sondern wandte sich an die künftigen Nutzer: „Wir haben unser Projekt in der Volksschule Scharnitz vorgestellt und die Schüler aufgefordert, ihre Visionen in Modellform umzusetzen. Mit ihren Vorschlägen werden wir uns jetzt an Spielplatzplaner wenden und so einen Tummelplatz schaffen, der kindgerecht ist, aber auch den nötigen Standards eines Spielplatzes entspricht“, so Sonntag. Arch. Benedikt Gratl präsentierte schließlich das neue Infozentrum: „Vorgabe war es, neue Räumlichkeiten für den Tourismusverband mit einem Shop und einer Toilettenanlage zu schaffen. Da das Gebäude in der Länd stehen wird, also am Tor zum Karwendel, habe ich es als eine Art Visitenkarte für das Tal umzusetzen versucht. Es soll ein echter Hingucker für Scharnitz werden!“ Der Holzbau steigt schrägt vom Talboden zum Karwendelgebirge an. Am höchsten Punkt verjüngt sich der moderne Bau zu einem einzigen Fenster, durch das man wie im Rahmen eines Kunstwerks die Hohe Gleirsch erblicken wird. Äußerlich können es die Besucher über eine Stiege erklimmen und am Dach die Aussicht genießen. Auch das Rauminnere soll sehr wertig ausgeführt werden: Im Eingangsbereich will man in einer Glasvitrine den von Pleisen Toni in der Nähe der Pfeishütte gefundenen Elch präsentieren. Auch ein dreidimensionales Modell des Karwendels wird aufgestellt. Dahinter befindet sich der Shop und das Büro des Tourismusverbands mit großen Ausblicksfenstern Richtung Karwendel. „Gemeinsam mit Tourismusverband und den Vertretern der Gemeinde haben wir bei zahlreichen Geldgebern vorgesprochen und folgende Subventionszusagen erhalten: Eine Mio. Euro kommt aus dem Topf der Interreg, die vor allem das Holzermuseum und den Spielplatz fördert. 200.000 trägt die Olympiaregion bei. Rund 480.000 Euro wurden von verschiedenen Landesköpfen bzw. vom Landschaftsdienst zur Verfügung gestellt. Nur 23 Prozent sind nicht finanziert und sollten von der Gemeinde Scharnitz aufgebracht werden“, so Sonntag. Alle Gemeinderäte begrüßten das Projekt, obwohl in dieser Sitzung noch kein Finanzierungsbeschluss gefasst wurde. Da sich der Bau über zwei Jahre ziehen wird, könnten die nötigen Geldmittel gestaffelt fließen. Bgm. Isabella Blaha: „Wenn wir die Summe nicht zur Gänze stemmen können, steht es uns frei, die Aussichtsplattform und die Stiege erst später zu errichten. Es soll aber nur eine Teilsumme über einen Kredit gedeckt werden, damit wir den finanziellen Spielraum der Gemeinde in Zukunft nicht zu sehr einengen!“