Hochmoos-Liftzukunft nicht rosig

Die Zustiege in die Leutascher Geisterklamm wurden generalsaniert. (Foto: Rangger)

Die Zukunft des Hochmoosliftes in Leutasch steht in den Sternen. Der Leutascher Gemeinderat sieht sich angesichts der angespannten Finanzlage außerstande, selbst in das Bieterrennen einzugreifen. Trotzdem versucht man, Liftbetreiber Robert Krismer bei den Verkaufsgesprächen zu unterstützen. Der zuletzt immer wieder als Käufer kolportierte Anton Pletzer aus Oberndorf zog jedenfalls sein Kaufangebot zurück. Auf Anfrage von Rainer Außerladscheider berichtete VBgm. Stefan Obermeir über das Aus der Verhandlungen mit der Pletzer Gruppe: „Die Aussichten auf einen Weiterbestand des Hochmooslifts ist keineswegs rosig. Liftbetreiber Robert Krismer war zuletzt bei LH Günther Platter, der ihm zugesichert hat, die Betriebsgenehmigung aufrecht zu erhalten, wenn sich ein Investor findet. Es gibt noch zwei potentielle Kandidaten. Diese verlangen aber ein schlüssiges Konzept für eine Sommernutzung. Da ein Streichelzoo bei der Hochmoosalm aus veterinärer Sicht keine Chance hat, will Krismer einen Wildtierpark und den Neubau einer Sommerrodelbahn wie in Imst oder in Mieders vorschlagen!“ Bgm. Jorgo Chrysochoidis berichtete, dass alle drei Zustiege zur Leutascher Geisterklamm saniert wurden. Schon zwei Monate nach seinem Amtsantritt führte die Gemeindeaufsicht der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck eine Kassaprüfung durch und stellte nur geringfügige Mängel fest. Zahlreiche Änderungsvorschläge erbrachte hingegen eine BH-Überprüfung der in Leutasch installierten Verkehrsschilder. Da der Austausch bzw. die Neuverordnung der Tafeln zu hohen Kosten führen würde, wies der Gemeinderat das Amt an, die Schilder anlassbezogen zu ersetzen. Die Debatte über die Situierung des Gehsteigs beim Tourismusverband in Weidach ergab, dass man diesen besser beleuchten werde. Da eine Frequenzzählung ergab, dass in diesem Bereich wegen des nahen Spielplatzes und einer neuen Siedlung mehr Leute nördlich der Kreuzung die Straße queren, wurde auch eine Verlegung vorgeschlagen. Wegen der Kreuzungsnähe hielt man aber am bisherigen Standort fest. In einem weiteren Tagesordnungspunkt setzte sich der Gemeinderat mit der Sanierung der Leutascher Wasserversorgung auseinander. Bereits vor zwei Jahren hatte man das Innsbrucker Ingenieurbüro Passer & Partner mit einer Wasserverlustanalyse beauftragt und in der Folge alle undichten Rohre repariert. „Seither ist der Wasserverbrauch um fast 200 Kubikmeter gesunken“, berichtete der Gemeindechef. „In der Folge hat man uns einen Reinvestitionsplan präsentiert, der in drei Prioritätsstufen eine vollständige Sanierung der zwischen 1928 und 1990 errichteten Bauten und Leitungen vorsieht. Die Investitionskosten betragen 6,8 Mio. Euro und sind von der Gemeinde alleine nicht zu stemmen.“ Man beschloss dennoch, das Gesamtprojekt zu verhandeln. 2019 möchte man dann mit der ersten Baustufe starten. Den Auftakt machen die Sanierung des Hochbehälters und der Versorgungsleitung in Kirchplatzl. Man erwartet erhebliche Zuschüsse von Bund und Land. Sehr weit fortgeschritten sind die Arbeiten am Ausbau der Breitbandversorgung. Chrysochoidis: „Die Erdbauarbeiten sind fertig. Der Bauhof ist dabei, die Verteilerkästen zu setzen. Bevor wir aber die Glasfaserleitungen einblasen, muss sichergestellt sein, dass alle interessierten Provider gleichzeitig den Kunden ihre Angebote unterbreiten. Wenn wir einem einen Vorteil geben, wird der sich in Leutasch eine Vormachtstellung sichern und das kann nicht im Interesse der Gemeinde sein!“ Der Ortschef möchte auch gemeinsam mit der Tigas die Grabungsarbeiten nach Unterleutasch fortsetzen: „Die Tigas ziert sich wegen der hohen Kosten. Wir müssen sie überzeugen, dass dieses Projekt eine Gelegenheit ist, sonst ist die Chance, Erdgas in die weiterverzweigten Weiler des unteren Talabschnitts zu bringen, wohl endgültig gestorben!“
Die neue Leutascher Hundeleinenverordnung sieht zwischen den Parkplätzen Salzach und Stupfer am Eingang des Gaistals eine leinenfreie Zone vor. Dies war für eine aufsichtsbehördliche Genehmigung nötig. Die Regelung ist ansonsten nämlich sehr restriktiv und sieht sogar einen Maulkorbzwang im Bereich von Volksschule, Kindergarten und den Spielplätzen vor. Mit dem Tourismusverband soll verhandelt werden, dass die Zone beschildert und mit ausreichend Gassi-Säckchen ausgestattet wird. Außerdem wollen die Leutascher Gemeinderäte die Wiedereinführung des Ortsbusses. „Obwohl im Winter 11.000 Fahrgäste fuhren hat der Tvb den Sommerfahrplan abgelehnt“, informierte Bgm. Jorgo Chrysochoidis. „Im Winter wird er wieder eingeführt. Nach der WM gibt es neue Verhandlungen mit dem VVT. Wir hoffen, dass dann ein Bus ganzjährig alle Ortsteile von Leutasch anfährt!“