Kampf gegen Lkw-Transit

Bgm. Öfner mit seinen Plateaukollegen Bgm. Hiltpold und Frießer (Foto: MG Zirl).

Durch den grenzübergreifenden Verkehr wird die Bevölkerung von Scharnitz, Seefeld und Reith zunehmend von Verkehrsemissionen belastet. Der Scharnitzer Gemeinderat forderte daher in der jüngsten Sitzung Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung. Die Bürgermeister der übrigen Gemeinden haben sich in Zirl zu einer Arbeitssitzung getroffen und wollen durchsetzen, dass die bestehenden Ausnahmeregelungen des Ziel- und Quellverkehrs evaluiert werden. Die Scharnitzer Gemeinderäte ärgern sich vor allem wegen der Lkw-Fahrten durch den Straßentunnel Oberau in Bayern. GR Ing. Peter Reinpold (Scharnitz miteinander) prangerte die Feinstaubbelastung an: „Durch die Tunnelbaustelle in Scharnitz liegt sehr viel Staub auf der Bundesstraße. Die 70 Lkw, die täglich zweimal von und nach Grainau fahren, wirbeln diesen so sehr auf, dass das ganze Dorf in eine Staubwolke gehüllt wird. Wir müssen unbedingt darauf drängen, dass die Straße ständig gereinigt wird!“ Bgm. Isabella Blaha verwies auf eine Petition des Transitforums Tirol, welche die Gemeinderäte geschlossen unterfertigen sollten: „Die Einführung der Abfälle aus Bayern wurde zwar vom Umweltministerium und der bayerischen Staatsregierung genehmigt. Scharnitz ist aber von der Lärm-, Staub- und Abgasbelastung eine der hauptbetroffenen Gemeinden!“ Reinpold: „Ich habe Verständnis für die Belastung durch den Umfahrungstunnelbau. Ich verstehe aber die Politiker nicht, wie sie diesen Mülltransit aus dem Ausland genehmigen konnten. An trockenen Tagen ist das Ausmaß der Belastung für die Scharnitzer Bevölkerung unzumutbar!“ Die Bürgermeister Mag. Öfner (Zirl), Ing. Mag. Frießer (Seefeld) und Mag. Hiltpolt (Reith b. S.) trafen sich aus gegebenem Anlässen zu einer Arbeitssitzung in Zirl, bei der intensiv an einer Lösung der unbefriedigenden Situation gearbeitet wurde. Grundsätzlich begrüßen alle die Sofortmaßnahmen, welche die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck mit dem Transportunternehmen vereinbart hat. Die Lkw müssen die Baustellen gestaffelt verlassen, sodass über den steilen Straßenabschnitt am Zirler Berg keine Kolonnenbildung entsteht. Langfristig reichen diese Maßnahmen aber nicht aus. Die Bürgermeister fordern daher eine grundlegende Evaluierung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften stehen. Insbesondere die bestehende Ausnahmeregelung für den Ziel- und Quellverkehr soll genauer durchleuchtet und nach Möglichkeiten gesucht werden, den grenzübergreifenden Schwerverkehr deutlich zu beschränken. In diesem Zug soll auch über bauliche Schutzmaßnahmen im Bereich der betroffenen Gemeinden diskutiert werden.