Karwendelhöhenweg als das neue Wanderhighlight

Den spektakulären Ausblick am Goetheweg genießen nicht nur die Wanderer, sondern auch die Steinböcke (Foto: Tirol Werbung/Herbig).

Sechs Tage zu Fuß im größten Naturpark Österreichs unterwegs sein ist weit mehr als nur  60 Kilometer und 7.000 Höhenmeter in der unmittelbaren alpinen Umgebung hinter sich zu bringen. Der Karwendel-Höhenweg bedeutet schlichtweg, das Karwendel von den Tallagen bis in die Gipfelregionen in einer Mehrtageswanderung zu entdecken, auf fünf ausgezeichneten Hütten zu übernachten und bei jedem aufmerksamen Schritt die hochalpine Bergnatur kennen zu lernen.

Die Olympiaregion Seefeld ist stolz, dass sowohl der Startpunkt des Karwendel-Höhenweges in Reith bei Seefeld als auch der Zielpunkt in Scharnitz in der Region liegen.

Der neue Karwendel-Höhenweg führt durch den südlichen Teil des Karwendelgebirges. Einzigartig ist dabei der mehrfache Blickwechsel zwischen der Einsamkeit der Karwendel-Wildnis und dem geschäftigen Treiben im Inntal.

Erfahrene Bergsteiger, die trittsicher, schwindelfrei und konditionell gut gewappnet sind, können sich am Karwendel-Höhenweg erfreuen. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass es sich beim Weg um einen schwierigen schwarzen Bergweg handelt, in sechs Etappen unterteilt, auf denen allein im Aufstieg 3.400 Höhenmeter zu bewältigen sind. Besonders ambitionierte Weitwanderer können einige lohnenswerte Gipfel wie beispielsweise die beiden Solsteine, den Bettelwurf oder die Stempeljochspitze zusätzlich erklimmen.

Die erste Etappe startet in Reith direkt am Bahnhof und folgt der Straße Richtung Norden. Man folgt dem Panoramaweg, bis man wieder Richtung Norden in den Steig 211 abbiegt. Kurze Zeit später zweigt dieser rechts ab und führt in Serpentinen zum Schartlehnerhaus (1856 m). Dort angelangt führt der Steig über den Latschenrücken des sogenannten „Schoaßgrates“ hinauf zur Nördlinger Hütte (2239 m).

Wer diesen schweren Anstieg umgehen will, kann mit  der  Standseilbahn zur Rosshütte (1751 m) und weiter mit der Härmelekopfbahn zum Startpunkt der Wanderung mit der Gondel fahren. Von hier geht es entweder direkt über den Kuntersteig (10) zur Nördlinger Hütte oder steil und ausgesetzt über den Härmelekopf und die Reither Spitze (79) zur Nördlinger Hütte.

Die zweite Etappe startet von der Nördlinger Hütte und führt zum Ursprungsattel (2087 m), von wo aus man über den Breiten Sattel (1794 m) zur Eppzirler Scharte absteigen kann. Nachdem man das große Geröllfeld des Kuhl­jochs durchquert und wenige Serpentinen Anstieg hinter sich gebracht hat, erreicht man die Eppzirler Scharte, das Höllkar und das Solsteinhaus. Schöner, anspruchsvoller ist die Variante über den Freiungen-Höhenweg.

Vom Solsteinhaus geht es am dritten Tag auf Steig 213 hinab Richtung Möslalm. An der Abzweigung in der „Wilden Iss“  folgt man dem Gipfelstürmerweg hinauf bis zum sogenannten „Hippen“. Nach einem kurzen Abstieg geht es nun durch seilversicherte Passagen sehr steil hinauf zum Frau Hitt Sattel, der sich westlich der markanten Felsnadel der Frau Hitt befindet. 

Achtung: Bis in den Frühsommer hinein kann hier mitunter sehr viel Altschnee liegen, der in den Morgenstunden pickelhart ist (Absturzgefahr: Snowline Spikes und Stöcke bieten einen optimalen Schutz). 

Laut einer Sage stellt die bizarre Felsformation eine Frau auf einem Pferd dar. Vom Sattel folgt man dem anfangs steilen Schmidhubersteig über herrliche Bergwiesen zum Restaurant Seegrube (1906 m). Nach einer ausgiebigen Rast wandert man von der Seegrube auf dem Steig 216 hinauf zum Hafelekarhaus (2269 m). Südlich unterhalb der Hafelekarspitze verläuft nun der Goetheweg zur Pfeishütte. Hier genießt man atemberaubende Ausblicke auf Innsbruck und ins Inntal bzw. die Mühlkarscharte ins schroffe Karwendelgebirge. Über die Mandlscharte (2314m) geht es schließlich in die Pfeis. 

Die vierte Etappe führt über das Stempeljoch über den Wilde-Bande-Steig, das Lafatscher Joch  und das Kleine und Große Speckkar zur Bettelwurfhütte. Dann geht es wieder retour zum Lafatscher Joch und den Saumpfad zum Hallerangerhaus, von wo aus man am sechsten Tag durch das Hintautal der jungen Isar entlang zurück nach Scharnitz wandert.

Weitere Informationen zum Karwendel-Höhenweg findet man unter www.karwendel-hoehenweg.at.