Kein Chaos trotz Rekordschneemengen

Auch die Grenze bei Scharnitz musste wiedereinmal gesperrt werden (Foto: Rangger).

1,46 Meter Schnee am Montagvormittag in Leutasch. Nur ein paar Zentimeter weniger als im tagelang gesperrten St. Anton. Frau Holle meinte es zuletzt äußerst gut und schüttelte ihre Betten zum Teil sogar sehr heftig über der Olympiaregion aus. Was die Touristiker und Gäste freute, bedeutete für andere einen Großarbeitseinsatz: Bauhofangestellte, Hausmeisterunternehmen, die Transportwirtschaft…. Die gefährliche Wettersituation (erstmals Lawinenwarnstufe 5 seit 19 Jahren) ist an der Region vorerst glimpflich zu Ende gegangen. Besonders betroffen war am Montag die Marktgemeinde Mittenwald, die einen Tag lang so gut wie von der Außenwelt abgeschnitten war. Auch in Leutasch waren viele Nebenstraßen, Wanderwege und Langlaufloipen gesperrt. Ein Lawinenabgang an der Grenze zwischen Leutasch und Mittenwald verlegte bis Donnerstag die Straße bei der Geisterklamm. In Scharnitz konnte schon in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch die Grenze wieder geöffnet werden. Sogar in Reith musste die Lawinenkommission tagen und einen Teil der Maxhütte und den Wanderweg zwischen Reith und Krinz sperren. Durch die starken Schneeverwehungen ist die Gefahr in den Bergen noch nicht gebannt. In der gesamten Region muss sie als „erheblich“ eingestuft werden und bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe galt ab 2000 Höhenmeter immer noch die Warnstufe drei der fünfteiligen Skala. Besonders viel Arbeit verursachte der reiche weiße Segen den Schneeräumteams der Gemeinde- bzw. Tourismusbauhöfe und den zahlreichen Firmen, die damit betraut sind. Zum Teil wurde schon früh im Morgengrauen mit den Räumarbeiten begonnen und erst gegen Mitternacht aufgehört. Schnee, der mit dem Pflug auf die Seite geräumt wurde, hatte meist zu wenig Platz und so wurden die Aufräumarbeiten zur Sisyphusarbeit. Da aber allerorts auch an den schneereichen Tagen alle im Dauereinsatz waren, konnte ein Schneechaos in der gesamten Region weitgehend verhindert werden. Ein Bravo den Einsatzkräften!