Kein Kofel zwei: WM im Kostenrahmen!

Finanzausschußobm. Alexander Schmid und Bgm. Werner Frießer informierten über den Stand der WM-Kosten (Fotos: Archiv).

Der Tagesordnungspunkt „Bericht Finanzausschuss Nordische WM“ sorgte bei der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung für Brisanz. Ein Skandal wie bei der Patscherkofelfinanzierung blieb aber aus: Obmann Alexander Schmid legte einen transparenten, detaillierten Bericht vor, der klar zum Ausdruck brachte, dass die Nordische WM Kosten verursacht, der Seefelder Finanzierungsanteil aber in punkto Nachhaltigkeit zu vertreten ist. „Nach derzeitigem Abrechnungsstand werden 60 Mio. Euro in die WM-Baustellen fließen. Der Finanzierungsanteil von Gemeinde und Tourismusverband wird letztlich bei 12 bis 15 Mio. Euro liegen“, erklärte er nüchtern. „Natürlich ist das sehr viel Geld, aber die Maßnahmen, die gesetzt werden, hätten größtenteils auch ohne WM errichtet werden müssen und bringen dem Ort über die WM hinaus Vorteile!“ Ein Mal pro Monat tagt seit Baubeginn 2016 der Finanzausschuss und kontrolliert jede einzelne Rechnung. „Größere Überschreitungen gab es bisher keine. Immer dann, wenn die Firmen auf Grund der guten Konjunktur höher als die Kostenschätzungen anboten oder es zu Mehrkosten kam, konnten diese auch gleich wieder eingespart werden“, so Schmid, der diesbezüglich Bgm. Werner Frießer hervorhob, weil dieser für fast alle Sparmaßnahmen selbst verantwortlich zeichnete. „Einige Grundkäufe und Projekte haben wir auch erst im Nachhinein beschlossen. Aber da hat auch immer der gesamte Gemeinderat zugestimmt“, so Schmid. Und so beschreibt er den Ablauf des Prüfungsverfahrens: Die Vorprüfung der Rechnungen erfolgt durch die Firma Malojer Baumangement, die für die Projektabwicklung verantwortlich zeichnet. Dann gehen die Rechnungen zum Land Tirol, wo sie auf sachliche Richtigkeit geprüft werden. In der Folge landen sie beim Finanzausschuss der Gemeinde, der sie in drei Kategorien einteilt: Die erste Gruppe betrifft jene Rechnungen für Infrastrukturprojekte, die 2015 Land und Bund im Rahmen der Projektpräsentation vorgestellt wurden und damit eindeutig gemeinsam zu finanzieren sind. In der zweiten Gruppe landen jene Projekte, die das Bahnhofs­projekt, die Verlängerung der Fußgängerzone sowie das neue Verkehrskonzept (Riehlweg, Spange Andreas-Hofer-Straße) betreffen. „Besonderes Augenmerk legen wir auf die Rechnungen in Gruppe drei“, so Schmid. „Sie betreffen ebenfalls WM-Projekte wie die Raabachaufweitung, die Beschneiungsanlage, das Fitnessstudio oder die von der FIS vorgeschriebene neue Videoweitenmessung, die noch nicht im Förderkatalog aufgenommen wurden. Bei all diesen Rechnungen müssen wir versuchen, sie in Topf eins unterzubringen, damit sich auch Bund und Land an diesen Kosten beteiligen!“ Schmid nuzte auch die Gelegenheit, um sich beim Team der WM-Sportanlagen und bei den Kassabediensteten der Gemeinde Seefeld zu bedanken: „Sie übergeben uns in gut aufgearbeiteter Weise alle Belege und stehen immer für Fragen zur Verfügung.“ Bgm. Frießer berichtete über den Stand der WM-Vorbereitungen: „Bei den Bauten sind wir weitgehend in der Zeit. Eine weitere Bürgerinforma­tion gibt es im September. Diese Woche läuft der offizielle Ticket-Verkauf an. Um kein Verkehrschaos zu erzeugen, werden die Besucherzahlen pro Tag mit 15.000 begrenzt. Bei den VIP-Ticktes haben wir vor allem durch die Großsponsoren ein erhebliches Kontingent verkauft. Es hat sich auch schon viel Prominenz angesagt. Besonders freuen würde uns natürlich der Besuch von Russlands Präsident Putin. Wegen einer diesbezüglichen Anfrage wurde die Landespolizeidirektion mit der Ausarbeitung eines Sicherheitskonzepts betraut!“ Am Ende der WM-Debatte musste der Gemeinderat einen in der letzten Sitzung aufgenommenen Kredit auf das WM-Konto überweisen. Schmid schlug vor, nur drei Mio. zu überweisen und eine Mio. auf dem Gemeindekonto zu belassen: „Damit signaliseren wir – wie der Tvb, dass wir den 2016 vereinbarten Betrag zur Gänze bezahlen. Das Geld, das wir noch zusätzlich einbringen könnten und damit für den Bund in Vorlage treten würden, behalten wir aber für einen Liquiditätsengpass in der Hinterhand!“ Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen, wobei Bgm. Frießer ermächtigt wurde, im Bedarfsfall das hinterlegte Geld selbst abzurufen.