Weißer Sonntag in Leutasch bleibt wahlfrei!

Jorgo Chrysochoidis wird voraussichtlich Gemeindechef von Leutasch (Foto: V. Pichler).

Seit 9. März um 17 Uhr ist es fix: In Leutasch wird der neue Bürgermeister nicht von den Bürgern, sondern vom Gemeinderat gewählt. Sowohl die „Gemeinsame Leutascher Bürgerliste“ als auch die Liste „Zukunft für Leutasch“ verzichteten auf einen eigenen Kandidaten. GR Siggi Klotz, der bis einen Tag vor der Wahl mit dem Posten „liebäugelte“, meinte gegenüber der Plateauzeitung: „Ein Bürgermeisteramt mit nur drei Mandaten ist für mich nicht realistisch!“

Klotz wörtlich: „Obwohl der Wunsch nach einer Kandidatur meinerseits absolut spürbar war, werde ich nicht kandidieren. Wir sind die kleinste Liste im Gemeinderat und da wäre die Mehrheitsfindung schon eine Art Husarenritt. Meine Entscheidung wird angesichts der politischen Situation in Leutasch auch fraktionsintern voll respektiert!“

Mit dieser Aussage spielte Klotz auf einen Zeitungsbericht an, der seinen Listenzweiten Günter Krug zum möglichen Kandidaten machte. Krug: „Wir haben uns abgesprochen und sind beide der gleichen Meinung. Ich will auch nicht die Frage kommentieren, ob ich es für demokratisch halte, wenn keine Wahl stattfindet. Für mich ist es einfach so, dass nun der Gemeinderat am Zug ist!“

Damit steht GR Jorgo Chrysochoidis, der sich bis kurz nach 17 Uhr Zeit für eine endgültige Stellungnahme ließ, aller Voraussicht nach als Ortschef fest: „Ich sehe es als interessante Aufgabe, in der eigenen Heimatgemeinde mitgestalten zu können. Mit den Ersten der anderen beiden im Gemeinderat vertretenen Listen, Rainer Außerladscheider und Siggi Klotz, habe ich abgesprochen, dass wir die Bürgermeisterwahl bereits bei der nächsten Gemeinderatssitzung abhalten. Sie wird Ende März oder spätestens Anfang April stattfinden“.

Unklar ist seiner Meinung nach noch die Wahl des „Vizes“: „Für die Stellvertreterwahl gab es innerhalb unserer Gruppierung den Beschluss, jenen Kandidaten zu wählen, der bei der Bürgermeisterwahl unterliegt. Da es nunmehr zu keiner Wahl kommt, ist dieser Beschluss hinfällig und wir müssen uns nochmals abstimmen. Ich persönlich bin aber der Ansicht, dass wir einen passenden Kandidaten von einer der beiden anderen Listen nicht ablehnen werden. Im Fokus muss nun die gedeihliche Zusammenarbeit im Gemeinderat stehen!“