Kraftwerkprojekt Leutasch-Klamm: KEW? Nein danke!

In der Leutasch-Klamm soll ein Wasserkraftwerk für rund 12 Millionen Euro entstehen.

Ausführlich diskutierten die Leutascher Gemeinderäte auf ihrer jüngsten Sitzung das weitere Vorgehen beim geplanten Kraftwerkprojekt „Leutasch-Klamm“ . Sie wollen das mit derzeit auf rund 12 Mio Euro veranschlagte Projekt wie bisher weiterverfolgen, aber nur mit dem Markt Mittenwald und ohne die KEW (Karwendel Energie und Wasser GmbH).

Bisher fanden die Gespräche über das Projekt laut Bürgermeister Thomas Mössmer  nur zwischen dem Markt Mittenwald und der Gemeinde Leutasch statt. Mössmer berichtete, er habe erste Unterlagen beim Land Tirol eingereicht, von dort wurden sie weitergeleitet nach Wien. Wien seinerseits erbat nun innerhalb drei Wochen weitere Unterlagen und Gutachten, deren Beschaffung so kurzfristig jedoch laut Mössmer unmöglich war. Von daher habe Leutasch das Projekt momentan etwas zurückgestellt.

Überrascht wurden die Räte nun davon, daß sie einen Beschluß fassen sollten über einen Vertrag zwischen Leutasch, Mittenwald und der KEW für die Fortführung des Bewilligungsverfahrens und die Erstellung der notwendigen Projektunterlagen, ebenso davon, daß die KEW als eigentlich nicht Beteiligte bereits 88.000 Euro an Vorleistungen erbracht haben. Auch erste Finanzierungsvarianten enthielt dieser „Vorvertrag“ sowie eventuelle Konsequenzen bei einem Nichtzustandekommen des Projektes.

Bürgermeister Mössmer vertrat die zwar die Auffassung, er habe das Schriftstück von Juristen prüfen lassen, mit dem Ergebnis, das sich die Gemeinde mit der Unterzeichnung nichts vergebe. Auch gab er zu bedenken, daß eventuell private Investoren mehr und mehr Interesse an derartigen, finanziell lukrativen Projekten zeigen könnten. Er war jedoch wie der gesamte Rat der Meinung, Leutasch dürfe sich auf keinen Fall „das Wasser abgraben lassen“, die Klamm sei touristisch zu wertvoll, um hier übereilt zu handeln.  Einstimmig beschloß der Rat, das Vorhaben so wie geplant weiter zu verfolgen, jedoch nur mit Mittenwald als Partner und mit jeweils hälftigen Anteilen. Das schon in naher Zukunft die Bagger anrücken könnten, glaubte keiner der Anwesenden, wenngleich nicht alle so pessimistisch waren wie Gemeinderat Josef Neuner:  Er meinte „wir werden es nicht mehr erleben“. (ghh)