„Kinder und Jugend in die Kirche holen“

Alt-Pfarrer Egon Pfeifer mit seinem Nachfolger Mateusz Kierzkowski (Foto: Holzknecht).

Seit Anfang September hat Seefeld einen neuen Pfarrer: Mateusz Kierzkowski stammt aus Konin in Polen und war zuletzt Pfarrer in Vils. Er kam nach Tirol, weil er das Gefühl hatte, hier gebraucht zu werden und weil ihm das Priesterbild in unserem Land gefiel. Im Seelsorgeraum Seefeld will er vor allem Kinder und Jugendliche für die Kirche begeistern und mit den Laien und den kirchlichen Gruppierungen gut zusammen arbeiten. Der mittlerweile 39-Jährige wuchs gemeinsam mit einem älteren Bruder in einer ganz normalen polnischen Familie auf. Er war Ministrant und verspürte schon früh den Wunsch, Priester zu werden. Trotzdem entschied er sich nach der Matura ein Jahr lang für ein Jurastudium, um sicherzugehen, dass er seine Entscheidung fürs Theologiestudium nicht bereuen würde. Nach seiner Priesterweihe war er ein Jahr in einer Pfarre in Polen tätig, ehe er im Auftrag des Bischofs das Doktoratstudium in Innsbruck begann. In den sechs Jahren in Tirol erlernte er auch die deutsche Sprache und war als Aushilfspriester in Prutz, Ried, Fendels und als Vikar im Stubaital tätig. Nach der Promotion kehrte er nach Polen zurück, wo er zunächst Studienpräfekt am Priesterseminar in Wloclawek wurde. Dann folgten drei Jahre in einer polnischen Pfarre, ehe er seinen Bischof um Erlaubnis fragte, nach Tirol zurückzukehren: „Das Land hat mir schon während meiner Studienzeit sehr gefallen. Vor allem die Verbundenheit mit der Tradition. Außerdem dachte ich, dass wir Weltkirche sind und mir das Priesterbild in Tirol sehr gut gefällt“, so der neue Seefelder Pfarrer gegenüber der PZ. „Da in Österreich sehr wenig Priester sind, hat sich eine gute Struktur zwischen Laien und Seelsorgern entwickelt!“ Ein Jahr lang war Kierzkowski Priester in Vils und Pinswang, ehe er Pfarrer von Seefeld, Reith und Mösern wurde: „Hier ist mir wichtig, gemeinsam mit allen den Glaubensweg zu gehen. Ich bin aufgeschlossen für alle Ideen, Fragen, Sorgen und auch die Freude der Bevölkerung. Am meisten liegt mir natürlich am Herzen, dass die Kinder und Jugendlichen in die Kirche kommen. Nicht umsonst heißt es: Die Kinder sind die Erwachsenen von morgen. Sie sollen sich in der Kirche wohlfühlen und die Gottesdienste mitgestalten!“ Da auch aus anderen Ländern viele Menschen mit religiösen Bedürfnissen nach Seefeld kommen, möchte er auch offen für den Tourismus sein und mit allen Menschen andere Religionen gut zusammen arbeiten. Da er mehrere Orte zu betreuen hat, möchte er auch in Reith und Mösern Präsenz zeigen: „Ich werde nicht nur zu den Gottesdiensten hinfahren, sondern will auch die Probleme der Menschen in allen drei Pfarren kennen lernen!“ Eine sehr enge Zusammenarbeit will er mit den kirchlichen Mitarbeitern, den Pfarrkirche- und -gemeinderäten sowie den übrigen Verbänden und Vereinen pflegen. „Ich werde eher ruhig im Hintergrund arbeiten und nicht überall als aktives Mitglied mitarbeiten, da ein sehr großes Arbeitspensum auf mich zukommt. Ein herzliches Dankeschön gilt Pfarrer Egon Pfeifer, der mich gut in den Pfarren aufgenommen hat. Er und Pater Bernhard – Vikar in Reith – haben mir für die Zukunft ihre volle Unterstützung zugesagt.“