Kosten für die Jochbahn explodieren

Geologie und Statik machen bei der Jochbahnsanierung Probleme.

Bis zu 25 Prozent Mehrkosten werden nunmehr beim Umbau der Seefelder Jochbahn erwartet. Dies wurde im Rahmen der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung publik, als man Amtsleiter Edi Hiltpolt als Vertreter des Aktienpaktes der BIG für die Vollversammlung bestellte. „Jeder Private würde bei einer solchen Kostenexplosion in Konkurs gehen“, meinte GR Theres Schmid. GR Sepp Kneissl brachte die Diskussion ins Rollen: „Die Bestellung Hiltpolts ist nötig, um einen Kredit in der Höhe von 1,8 Mio. Euro aufzunehmen. So viel Information brauchen die Gemeinderäte, wenn sie über diesen Punkt abstimmen müssen!“ Bgm. Frießer konterte: „Wer mich fragt, erhält eine Auskunft auf Heller und Cent. Außerdem ist mit GR Markus Hiltpolt auch ein Vertreter eurer Gemeinderatsfraktion im Aufsichtsrat der Bergbahnen vertreten und er könnte euch ebenfalls über alle Vorgänge informieren!“ Nachdem sich die Debatte wieder versachlicht hatte, klärte Frießer auf: „Sowohl die Statik des 1958 erbauten Gebäudes als auch die Geologie am Berg wichen deutlich von dem ab, was man sich anhand der Pläne und des Bauzustands erwarten konnte. So waren zum Beispiel in sechs Meter Tiefe immer noch weiche Ölschieferschichten, die ein Fundament nicht tragen hätten können. Die große Liftstütze hätte der neuen Gondel nicht standgehalten. Das war nicht vorherzusehen!“ Auf die Frage, ob kein Gutachten erstellt wurde, antwortete Frießer: „Da es keinen Schwer-Lkw-tauglichen Weg auf die Rosshütte gibt, der zur Erkundung der Bodenbeschaffenheit notwendig gewesen wäre, war man auf Einschätzung angewiesen. Leider lagen auch die Kostenschätzungen zum Teil massiv daneben. Diverse Zusatzausgaben konnten wir aber durch Einfrieren des Bauaufsichtshonorars und durch andere Einsparungen zum Beispiel bei den Fliesen in Grenzen halten.“ Bei der Bank wird die Hauptversammlung daher einen Zusatzkredit in Höhe von 1,8 Mio. Euro beantragen. 1 Mio. hätte der Aufsichtsrat beantragen können. Frießer: „Nach derzeitigem Stand rechne ich mit 1,2 Mio. Euro Mehrkosten. Wir haben aber hoch genug angesetzt, damit wir im Falle einer neuerlichen Kostenexplosion nicht nochmals in die Hauptversammlung und zur Bank müssen.“ Er versicherte: „Es wird auch nicht zu einer qualitativen Einsparung kommen. Insbesondere bei der Bergstation hätten wir sparen können. Dann hätte man dort später kein Bergrestaurant errichten können!“ Langfristig rechnet Frießer jedenfalls mit einer sehr positiven Entwicklung: „In den dreizehn Jahren, in denen ich Geschäftsführer bin, konnten wir den Umsatz von 4,5 Mio. Euro auf 11 Mio. Euro steigern. Österreichweit zählen wir zu den erfolgreichsten Bergbahnen und das hat auch Auswirkungen auf die Konditionen, die wir von den Banken erhalten!“ So werde man die Gesamtschulden in der Höhe von 17 Mio. Euro in Bälde umschulden und die Zinslast um ca. 135.000 Euro pro Jahr senken. 2029 läuft die Konzession für die Standseilbahn aus. Auf Grund der guten Jahresergebnisse könne man bis dahin einen Gutteil der Schulden zurückzahlen. Wegen der zu starken Seitenwinde am Seefelder Joch wird die Jochbahn übrigens nicht durch eine moderne Umlaufbahn ersetzt, die in der Folge auf alle drei Sektionen ausgebaut hätte werden können. Diese Lösung wird mittels eines neuen Kredits in zehn Jahren statt der Standseilbahn errichtet. Zu weiteren Schulden wird es nicht kommen. Frießer: „Wir haben ein langfristiges Finanzierungskonzept, wonach wir die notwendigen Erneuerungen dann ohne Kredite bewältigen können!“