Kunsttherapie mit Flüchtlingskindern

Mit viel Freude betätigen sich die Kinder künstlerisch (Foto: FH Reith).

Im großen Gemeinschaftsraum im Flüchtlingsheim in Reith zeichnen und malen die Kinder mit verschiedenen Stiften, kneten mit Ton, basteln mit Karton, kleben, schneiden, werken und kochen. Das eine Mal arbeiten sie emotional und laut, ein anderes Mal werken sie ganz in Gedanken versunken. Von außen betrachtet sieht es aus, als fände gerade kreativer Unterricht statt. Beim genaueren Hinsehen zeigen die Werke der Kinder jedoch tiefe Verletzungen, traumatische Erlebnisse, Traurigkeit, Gewalt, Schmerz und vieles mehr. Kunsttherapie mit Kindern geht weit über das „nur“ Zeichnen, Malen und Basteln hinaus. Gerade traumatisierten Kindern wird hiermit eine Möglichkeit geboten, unter fachkundiger Anleitung ihre schrecklichen Erlebnisse zu bewältigen. Wo ihnen selbst die Worte fehlen, können sie ihre Gefühle und Ängste in ihren Werken zeigen und nach und nach aufarbeiten. Der große Vorteil der kunsttherapeutischen Techniken und Methoden besteht darin, dass der angeleitete, kreative Schaffensprozess im Vordergrund steht und nicht die Sprache. Dadurch verlieren fehlende Sprachkenntnisse und eingeschränkte verbale Ausdrucksmöglichkeiten an Bedeutung. In einer sicheren, vertrauensvollen Umgebung ist es besonders wichtig, die Kinder dahin zu führen, ihre eigenen Stärken und Ressourcen zu entdecken. So erfahren sie sich als wertvoll und gewinnen an Selbstvertrauen, um die an sie gestellten Herausforderungen zu meistern. „Seit November 2015 arbeite ich mit den Kindern des Flüchtlingsheims Reith und erlebe mit großer Freude, mit welcher Begeisterung die Kinder am kreativen Schaffen teilnehmen. Ich beobachte immer wieder, wie es den Kindern gelingt, sich mit Hilfe der Kunsttherapie zu öffnen, ihre traumatisierenden Erlebnisse zu zeigen und Lösungen für ihre Probleme zu finden. Genau das ist die Wirkungsweise der Therapie und somit viel mehr als reines Basteln,“ so Therapeutein Mag. Karin Lässer. „Im Namen der Kinder möchte ich mich auch beim Lions Club Seefeld für die finanzielle Unterstützung dieses Projektes recht herzlich bedanken!“