Leutasch hat einen neuen Bürgermeister

Will ein kommunikativer Bürgermeister sein: Jorgo Chrysochoidis (Foto: Für Leutasch).

Der Leutascher Gemeinderat wählte vergangenen Freitag den 28-jährigen Jorgo Chrysochoidis mit 14:1 Stimmen zum neuen Bürgermeister. Der gebürtige Leutascher hat eine sechs Wochen alte Tochter und war Techniker bei der Fa. Liebherr in Telfs. Er will sich hauptberuflich seiner neuen Herausforderung widmen. Aus aktuellem Anlass führte PZ-Redakteur Bernhard Rangger mit dem neuen Ortschef das folgende Interview…

PZ: Herr Bürgermeister, alle wollen wissen, woher Ihr griechischer Name stammt? Chrysochoidis: Mein Vater ist Grieche und lebt seit ca. 30 Jahren in der Leutasch. Ich bin hier geboren, hab aber Großvater und Tanten in Griechenland, die wir jedes Jahr mindestens einmal besuchen. Ich spreche auch die Sprache meines Vaters.

PZ: Was können Sie uns über ihr bisheriges Leben erzählen? Chrysochoidis: Ich besuchte die Fachschule Abteilung Maschinenbau an der HTL Fulpmes und war seither bei der Firma Liebherr in Telfs tätig. Nach acht Jahren Außendienst übersiedelte ich im Vorjahr in die Entwicklungsabteilung.

PZ: Welche Hobbies haben Sie? Chrysochoidis: Seit der Geburt meiner Tochter Lea natürlich die Familie, wobei ich mich bei meiner Lebensgefährtin auch auf diesem Weg bedanken möchte, dass sie mich auch auf meinem politischem Weg immer unterstützt hat. Ansonsten bin ich durch und durch Vereinsmensch. Ich bin 13 Jahre bei den Jungbauern, davon 9 Jahre im Ausschuss und drei Jahre Obmann. Ähnlich lang bin ich bei der Feuerwehr und beim Theaterverein.

PZ: Können Sie uns Ihren politischen Werdegang schildern? Chrysochoidis: Vor drei Jahren war ich wesentlich daran beteiligt, dass die Liste ‚Für Leutasch‘ zur Gemeinderatswahl antrat. Der älteste unserer Gemeinderäte ist unter 40. Allen lag unsere Gemeinde am Herzen und wir wollten daher mitbestimmen. Niemand hat damit gerechnet, dass wir gleich beim ersten Antreten sieben Mandate machen und dass ich zwei Jahre später die Chance erhalte, Bürgermeister zu werden.

PZ: Was konnte Ihre Liste bis dato erreichen? Chrysochoidis: Gemeinsam mit den übrigen Gemeinderäten konnten wir die Nachmittagsbetreuung in Kinderkrippe und Kinderhort durchsetzen. Wir haben uns für den Nahverkehr stark gemacht und den Skibus, der heuer ins VVT-Netz aufgenommen wurde, und den Dorfbus durchgesetzt. Besonders wichtig ist es uns, die Bevölkerung zu informieren. Deshalb haben wir die Veranstaltungsreihe ‚In d‘Luitasch ai losna‘ ins Leben gerufen. Wir wollen den Tourismus forcieren und setzen uns für Entscheidungsrichtlinien ein, damit sich alle Leutascher gleich behandelt fühlen.

PZ: Wie werden Sie ihr Amt als Bürgermeister anlegen? Chrysochoidis: Wir haben mit Jochen Neuner einen neuen Amtsleiter gefunden, der Chef der Verwaltung und Ansprechpartner für die Bevölkerung wird. Außerdem kann und will ich nicht in die großen Fußstapfen meines Vorgängers treten, da ich zum Beispiel selbst kein Jäger bin. Ich werde also nicht Obmann der Jagdgenossenschaft und hätte auch gerne einen eigenen Geschäftsführer fürs Alpenbad. Im Gemeinderat will ich offen für alle Gruppierungen sein, damit wir gemeinsam was weiter bringen.

PZ: Welche Ziele haben Sie für die verbleibenden vier Jahre? Chrysochoidis: Auf Grund des knappen Budgets müssen wir uns auf die Infrastruktur wie Straßenerhaltung, Wasserversorgung sowie Erdgas- und Breitbandausbau konzentrierern. Wir wollen auch Tourismusprojekte unterstützen und die Angebote für den Gast verbessern. Bei der Vereinsförderung, die hervorragend funktioniert, wollen wir das Bestehende erhalten. Kinderbetreuung und Schwimmbad sind uns natürlich Anliegen, die wir je nach finanziellen Möglichkeiten vorantreiben werden.

PZ: Wie geht es mit der Stellvertreterwahl weiter? Chrysochoidis: Auf Grund gesetzlicher Vorgaben konnten wir diese nicht in der gleichen Sitzung wie die Bürgermeisterwahl abhalten. Unsere Liste wartet den Vorschlag der anderen Listen ab, ob wir deren Kandidat unterstützen werden. Grundsätzlich darf es kein Hick-Hack geben. Wir wollen alle für das Gemeindewohl arbeiten.

PZ: Danke fürs Gespräch!