Leutasch muss trotz tollem Jahresergebnis sparen

Martin Albrecht startete erst spät mit dem WM-Branding im Bereich des Leutascher Sportplatzes (Foto: H. Rangger).

Leutasch hat im abgelaufenen Jahr sehr sparsam gewirtschaftet und Rücklagen in der Höhe von 200.000 Euro gebildet. Außerdem erzielte man ein Jahresergebnis von 1,1 Mio. Euro (im Vorjahr waren es noch 600.000). Der Spielraum für Investitionen bleibt dennoch gering. Mit Unterstützung durch die Tigas will man den Breitbandausbau vorantreiben und mittels Darlehensaufnahme einen ersten Schritt bei der Sanierung der Wasserversorgung setzen.
Bgm. Jorgo Chrysochoidis stellte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung das Budget im Detail vor: „Weil die EDV im Gemeindeamt sieben Jahre alt ist, müssen wir sowohl die Hardware als auch Teile der Software erneuern. Auch das neue Raumordnungskonzept ist im Haushaltsvoranschlag budgetär vorgesehen.“ Für Asphaltierungsarbeiten hat man 100.000 Euro eingeplant, ebenso für den Ausbau von Parkplätzen.
Dank der Zusage der Tigas, wenn sich genügend Anschlusswerber für das Erdgasnetz melden, das Versorgungsnetz nach Unterleutasch auszubauen, hofft man auf Synergieeffekte und Einsparungen beim Breitbandausbau. Chrysochoidis: „Es wurden heuer bereits 40 Haushalte an das schnelle Internet angeschlossen. Da die Förderperiode des Bundes im Herbst 2020 ausläuft, wollen wir bis zu diesem Zeitpunkt fast das gesamte Tal mit Breitband versorgen!“
Größtes Projekt, das die Gemeinde Leutasch in den kommenden Jahren aber stemmen muss, ist die Sanierung der Wasserversorgung, in die man im kommenden Jahr 1,4 Mio. Euro investieren will. Knapp 450.000 Euro erhält man dafür an Landesförderungen. Den Rest muss man mit Darlehen finanzieren. Auch für das kommende Jahr hat man bereits eine Unterstützungzusage von LR Hannes Tratter in Form von 400.000 Euro aus dem Gemeindeausgleichsfond. Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte den ordentlichen Haushalt mit 8,4 Mio. und den außerordentlichen mit 1,4 Mio. Euro in Einnahmen und Ausgaben.
Unter Tagesordnungspunkt Allfälliges beklagten einige Gemeinderäte, dass der Tourismusverband zu wenig Werbemaßnahmen im Leutaschtal im Hinblick auf die Nordische Ski-WM gesetzt habe. GR Christian Neuner meinte: „Bei uns gastieren neun Nationen in fünf Hotels. Zumindest im Alpenbadgelände, wo das norwegische Pressezentrum aufgeschlagen wird, sollten wir selbst noch Transparente anbringen!“ Auch wurde beklagt, dass ein privates Securityunternehmen, welches in der Wettersteinhalle untergebracht hätte werden sollen, nunmehr außerhalb der Olympiaregion eine Unterkunft fand. „Erst auf Anfrage des Bürgermeisters wurde uns dies mitgeteilt“, ärgerte sich Vize-Bgm. Stefan Obermeier über die mangelnde Kommunikation mit den Veranstaltern.