Neuer Gemeindesaal und Umfahrung

Bgm. Dominik Hiltpolt und seine Gemeinderäte durften sich über einen vollen Gemeindessal freuen (Foto: Rangger).

Rund 80 Bürger nahmen kürzlich an der Reither Gemeindeversammlung teil. Bgm. Dominik Hiltpolt und die Ausschussobleute berichteten über 15 Monate Zusammenarbeit und stellten die geplanten Projekte vor. Unter anderem strebt man eine Umfahrung von Reith und Leithen an. Hiltpolt: „Nach intensiven Gesprächen und einer Begehung stellte uns das Land in Aussicht, Varianten für eine solche verkehrsberuhigende Maßnahme zu planen.“
Im Mittelpunkt der Versammlung stand allerdings die Präsentation des Siegerprojekts beim Architektenwettbewerb Mauracherhaus. Arch. Raimund Wulz, der gemeinsam mit DI Dora Iliova die sieben Preisrichter überzeugt hatte: „Unser Ziel war es, ein möglichst flexibles Haus mit flexiblem Außenraum zu schaffen, der von allen Reither mit Leben erfüllt werden soll. Auch wenn nur die Fassade, das Gewölbe und das Dach des Altbaus erhalten wird, ergibt sich eine einmalige architektonische Möglichkeit, dieses Haus zu was Besonderem zu entwickeln.“
Ein paar Details zur Planung: Da die Tiefgaragen von Gemeinde und der dahinter liegenden Carisma-Wohnblöcke um Halbstöcke versetzt zum Gemeindeamt liegen, wählte die ARGE Architekturhalle/Iliova ein breites Stiegenhaus mit Lift zur Erschließung des Neubaus. Über den neuen Dorfplatz, der als Begegnungszone gestaltet wird, gelangt man durch ein großes rundes Portal in den Eingangsbereich des Gemeindeamts. Alle Amtsräume wurden im Erdgeschoss platziert. Im Obergeschoss findet sich ein großer Gemeindesaal samt Bühne, den man zum Foyer hin und zu einer Außenterrasse öffnen kann. Der sichtbare Dachstuhl aus Holz soll dem Saal ein unverwechselbares Ambiente verleihen. Im hinteren Bereich gibt es eine Galerie und einen Sitzungssaal für den Gemeinderat, die auch als Seminarfläche zur Verfügung stehen soll.
In einem Neubau entlang der Grundgrenze finden das Bürgerservice, der Tourismusverband und eine Bäckerei mit Café Platz. Auch ein Teil des neuen Dorfplatzes wird überdacht. Verschiedene Treppen führen auf die Terrassen und Dächer.
Wie Bgm. Hiltpolt erklärte, brauchen sowohl Kindergarten als auch das Gemeindeamt dringend mehr Platz: „Im Bereich der Kinderbetreuung können wir sonst die gesetzlichen Auflagen nicht erfüllen. Vom Land haben wir eine Zusage von 2,4 Mio. Euro auf vier Jahre. Für den Umbau des derzeitigen Gemeindeamts in ein Haus der Kinder erhalten wir großzügige Unterstützungen vom Bund!“
Der Ortschef nützte die Versammlung auch für eine Bilanz und einen Ausblick auf die in Umsetzung befindlichen Bauvorhaben: „Zügig voran schreitet die Erschließung der Gewerbezone mit einem Linksabbieger. Für die Fußgänger entsteht zwischen Loba und dem Reitheralm-Spazierweg eine Verkehrsinsel, wodurch die Überquerung der Zirlerbergstraße vereinfacht wird. Der Bahnhofsweg wird gerade saniert und eine Park&Ride-Anlage errichtet. Die Parkplätze sind kostenpflichtig. Reither Bürger erhalten eine kostenlose Berechtigungskarte. Durch diverse Grundtäusche konnte verhindert werden, dass im Bereich der Cäcilienkapelle ein Umspannwerk errichtet wird. Dieses entsteht jetzt am ehemaligen Liftparkplatz in Auland und steht weder einem Lift auf den Gschwandtkopf noch der internationalen Schule im Weg. Ein langfristig großes Anliegen ist uns auch die Umfahrung Leithen-Reith. Da der Verkehr ständig wächst, haben wir intensive Gespräche mit dem Land geführt und nunmehr die Zusage erhalten, dass man uns umsetzbare Varianten vorschlägt. Der Gemeinderat will eine Variante, bei der möglichst wenig Kulturgrund verloren geht, aber möglichst viele Bürger profitieren!“
Bei der anschließenden Diskussion standen schließlich der Ausbau des Gschwandtkopf-Skigebiets und Verkehrsthemen im Mittelpunkt der sehr sachlich geführten Anfragen und Diskussionsbeiträge. Auch kurzfristige Lärmschutzmaßnahmen entlang der Zirlerbergstraße wurden gefordert. VBgm. Friedl Berger meinte: „Wir dürfen nicht den Fehler von Scharnitz machen, wo die Bürger Jahrzehnte auf eine Umfahrung warten mussten und müssen an einem Strang ziehen. Nur wenn wir uns geschlossen für eine Umfahrungsvariante entscheiden, werden wir mittelfristig dieses Ziel erreichen!“