Neuleutasch ohne Trinkwasser?

Bgm. Thomas Mößmer stellte eine Unterstützung in Aussicht. Foto: Archiv

Heftige Debatten, ja sogar Schreiduelle zwischen Anrainern und Bürgermeister löste in der jüngsten Leutascher Gemeinderatssitzung die Trinkwasserversorgung von Neuleutasch aus. Der Grund: Ende Jänner versiegte im gesamten Weiler, im Feber in mehreren Häusern das Wasser. „Tee kann man bei uns schon lange nur mit gekauftem Wasser kochen“, klagte eine Anrainerin. Schon zum zweiten Mal hatte Dr. Peter Hörtnagl einen Antrag über eine zeitgerechte Wasserversorgung und Kanalisation in Neuleutasch bei der Gemeinde eingebracht. „Derzeit werden die Häuser in Neuleutasch von privaten Quellen mit Wasser gespeist“, meinte Horst Durnthaler. „Da die Niederschläge zurück gehen, wird das Wasser in den Quellen immer weniger. Heuer im Winter kam es zweimal zu Engpässen. Wir fürchten, dass diese in einem trockenen Sommer ganz versiegen!“ Der Wunsch der Bürger: die Gemeinde solle eine Verbindung zur Seefelder Wasserversorgung bzw. zur Kanalisation herstellen. Auch die Löschwasserversorgung sei sicherzustellen! Nachdem eine Bürgerin behauptete, dass der Gemeinde das Problem seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt sei und Unterlagen darüber im Gemeindeamt aufliegen, wetterte Bgm. Thomas Mößmer: „Legt alle Gutachten auf den Tisch, dann können wir im Gemeinderat darüber befinden.“ Eine weitere Anrainerin wandte ein, dass sie seit Jahrzehnten Gemeindeabgaben bezahle und ihrer Meinung nach daher ein Anspruch auf Trinkwasser habe. Richard Ranter erklärte, dass es zwei mögliche Varianten für eine zeitgemäße Wasserversorgung gäbe: „Die kleine Variante ist es, unseren Hochbehälter mit jenem Seefelder Hydranten zu verbinden, der bei der Schneedeponie an der Leutascher Straße steht. Kosten um die 150.000 Euro. Eine noch bessere und wünschenswerte Option für Neuleutasch wäre es, wenn die Gemeinde die Komplettversorgung übernehmen und auch den Kanal an die Anlage bei der Triendlsäge anschließen würde: „Seefeld hat jedenfalls Vorsorge getroffen, unseren Weiler mitzuversorgen“, wusste er. Der Bürgermeister beendete schließlich die Debatte und forderte die Neuleutascher zum Handeln auf: „Ihr müsst euch klar werden, was ihr von der Gemeinde wollt: eine Wassergenossenschaft oder eine Versorgung durch die Gemeinde? Erst wenn ihr diese Frage geklärt habt, können wir das Thema behandeln!“ Er stellte eine Unterstützung für eine Genossenschaft in Höhe von 70.000 Euro in Aussicht.