Quellenhof prüft Kleingolfplatz

Bernhard Heitzmann (Foto: Rangger)

Mit 11:4 Stimmen genehmigte der Leutascher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Umwidmung von zwei kleinen Grundstücken im Weiler Lehner. Eigentlich nichts Besonders! Nur die Begründung von Antragsteller Adalbert Neuner ließ aufhorchen: „Im Hinblick auf einen möglichen Golfplatzbau durch den Quellenhof will ich einen lastenfreien Baugrund!“ Kurz zur Ausgangslage: Die Familie von Neuner betreibt in Lehner einen kleinen touristischen Betrieb mit Gästezimmern und Ferienwohnungen. Auf dem Grundstück des Lehnerhofs steht auch ein Stadel, der seit geraumer Zeit als Garage für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte dient. Das Grundstück, auf dem diese beiden Gebäude stehen, hat unterschiedliche Widmungen. Eine Vergrößerung des touristischen Betriebes wäre daher nicht möglich. Deshalb möchte Neuner den Stadel schleifen und auf einem Grundstück neben dem Lehnerhof, der im Freiland liegt, neu errichten: „Ich selbst den Lehnerhof nicht erweitern. Da ich aber drei Söhne habe, will ich die Voraussetzungen für ein touristisches Projekt schaffen. Dazu brauche ich einen Investor und dieser wird nur dann Interesse zeigen, wenn ich dieses Widmungshindernis aus dem Weg geräumt habe.“ Einige Gemeinderäte sorgten sich um Folgewirkungen, da auch andere Vermieter mit landwirtschaftlichen Flächen ähnliche Anträge einbringen könnten. Auch wollte man nicht ohne konkrete Planung für ein touristisches Projekt die Widmung beschließen. Letztlich setzten sich aber jene elf Gemeinderäte (vier dagegen) durch, die Neuner bereits in der letzten Sitzung ihr Wohlwollen signalisiert hatten, wenn er die erforderlichen Gutachten der Landwirtschaftsbehörden einhole. Quellenhof-Besitzer Bernhard Heitzmann, der – obwohl Nichtgolfer – schon vor vielen Jahren in Ellmau den Golfplatz Wilder Kaiser mit zwei Partnern errichtet und bis heute betrieben hat, bestätigt sein Interesse: „Der Quellenhof besitzt selbst in Lehner ein größeres Grundstück im Freiland. Mit den Bauern der übrigen Grundstücke gab es auch schon Vorgespräche. Sie lehnen das Projekt nicht grundsätzlich ab. Eine 30.000 ha große Fläche für eine 9-Loch-Anlage stünde also zur Verfügung. Vorerst ist die Sache dennoch nicht spruchreif. Es braucht zusätzliche Investoren und einen grenzübergreifenden Verein mit ausreichend Mitgliedern, dass man ein solches Projekt überhaupt realistisch anpacken kann.“