Reith: Sozialgrund als Zankapfel

Bgm. Dominik Hiltpolt forderte eine geheime Abstimmung. (Foto: Archiv).

Die Auftragsvergabe der Baumeisterarbeiten für das Gemeindezentrum, eine Nutzungsvereinbarung über die Alplquelle durch die Nördlingerhütte sowie der Bau einer Wasserleitung im TIGAS-Graben zum Ichthyolwerk bildeten die Themenschwerpunkte der jüngsten Reither Gemeinderatssitzung. Kopfzerbrechen bereitete der Antrag eines Gemeinderats, ihm ein Sozialgrundstück zu verkaufen. Was die Sache erschwerte, war die Tatsache, dass sich auch zwei junge Reither und eine Familie um das 385 Quadratmeter großes Grundstück (Preis 168€/m2) am Finkenweg beworben hatten, welches ein Bürger als Sozialgrund an die Gemeinde verkauft hatte. In einer geheimen Abstimmung sprach man sich mit 9:3 Stimmen (eine Enthaltung) für den Gemeinderat aus. Bgm. Dominik Hiltpolt meinte zuvor, dass alle drei Antragsteller die Kriterien erfüllen und daher jeder Gemeinderat für sich die Entscheidung im Rahmen einer geheimen Abstimmung treffen solle. Ersatz-GR Gerold Ennemoser forderte die Räte auf, die Entscheidung zugunsten der Jugend zu fällen: „Die Gemeinde verfügt nicht über so viele Gründe, dass wir aus Hochachtung gegenüber den Leistungen eines ehrenwerten Bürgers einen Grund einfach vergeben können. Da muss man an die Zukunft denken!“ Als unter dem Tagespunkt Allfälliges ein junger Zuschauer fragte, ob die Gemeinde noch weitere günstige Gründe zur Verfügung stellen könne, stellte Bgm. Hiltpolt in Aussicht, dass Reith noch über zwei mögliche Grundstücke für den sozialen Wohnbau verfüge. Dafür seien aber noch Ablöseverhandlungen zu führen. Einstimmigkeit herrschte hingegen bei einer Wasserleitung für das Ichthyolwerk. Da die Sektion Nördlingen für ihre Alpenvereinshütte einen Anschluss ans Erdgasnetz plant und auch das Ichthyolwerk die Heizanlage erneuert, wird die Gemeinde die Künette der Tigas nutzen, um dort eine Wasser- und Abwasserleitung zu legen. „Es wird auch eine Wegsanierung ermöglicht und durch Kostenbeteiligung des Ichthyolwerks kostet uns das ganze nur ca. 30.000 Euro“, überzeugte Hiltpolt das Dorfparlament. Auch die Nutzung der Alplquelle wurde der Nördlingerhütte genehmigt. Schließlich konnte man auch die Baumeisterarbeiten für das Gemeindezentrum vergeben. Ing. Stephan Unterberger, der die Ausschreibung für die Gemeinde durchführte, meinte, dass man auf Grund des gewählten Verhandlungsverfahrens die Kosten von ursprünglich 889.000 Euro auf 720.000 Euro senken konnte. Mitte August soll mit den Rohbauarbeiten begonnen werden.