Reith: Umspannwerk und Liftverbindung

Bgm. Hiltpolt und Liftbetreiber Schneider sind Handelseins! (Foto: Rangger)

Drei Wochen fieberhafte Verhandlungen waren hinter den Kulissen in Reith nötig, weil die Tiwag im Hinblick auf die WM 2019 in Seefeld in der Nähe der Cäcilienkapelle in Auland ein Umspannwerk errichten wollte. Bgm. Hiltpolt: „Der Standort hätte zu einem riesigen Nutzungskonflikt geführt!“ Dank der Einsicht aller Grundbesitzer konnte der Gemeinderat eine Reihe von Grundstückstäuschen beschließen. Zur Vorgeschichte: 1924 wurde das Achenseekraftwerk errichtet, das so viel Strom produzierte, dass man nicht nur den Energiebedarf der Stadt Innsbruck decken, sondern auch eine Hochspannungsleitung über das Seefelder Plateau nach Bayern errichten konnte. Da die Überlandleitung in diesem Bereich immer mehr an Bedeutung verlor, begann die Tiwag 2006 mit dem Abbau der Einrichtung. Man kaufte der Gemeinde Reith aber ein Grundstück ab, um ein Umspannwerk errichten zu können. „Da man wegen der WM einen erhöhten Strombedarf erwartet, suchte man kürzlich um die Bauverhandlung für ein Umspannwerk an“, so Bgm. Hiltpold: „Der Grund befindet sich an einer landschaftlich sensiblen Stelle und stand verschiedenen Zukunftsvorhaben wie Internationale Schule, Naherholungsgebiet und der Liftverbindung Reith im Wege. Ich habe daher sofort Kontakt mit der Direktion der Tiwag aufgenommen und bin bei allen Beteiligten auf offene Ohren gestoßen.“ Gschwandtkopfbesitzer Wolfgang Schneider war ebenso wie die Tiwag-Spitze und zwei private Grundbesitzer zu einem umfangreichen Tauschhandel bereit. Schneider gegenüber der PZ: „Ich habe das Gefühl, dass Bgm. Hiltpolt ernsthaft daran interessiert ist, einen neuen Lift zu bekommen und habe mich daher bereit erklärt, das gesamte Areal der ehemaligen Talstation zu tauschen. Die Tiwag kann dort auf einem Teil des alten Parkplatzes ein geschlossenes Trafohaus errichten und einen Teil der ehemaligen Zuleitung abbauen. Das ist für das Landschaftsbild schöner als die ursprüngliche Lösung, denn es kommt nicht zum Bau eines weithin sichtbaren Umspannwerkes.“ Für die Gschwandkopflifte, die schon heuer die behördlichen Genehmigungen für den Liftneubau in Auland einholen wollen, werden die Investitionssummen zwar deutlich höher, sie lassen aber mehr Entwicklungsmöglichketien fürs Skigebiet zu. Schneider: „Die Talstation wird in eine Wiese nordwestlich der bestehenden Talstation verlegt. Die Skipiste bleibt, wo sie ist. Erst im untersten Teil wird sie Richtung Wald hin verlegt, wo mehr Schneesicherheit besteht. Schon 2018 wollen wir das Projekt umsetzen!“ Auch der Bau der Internationalen Schule wäre möglich. Der Reither Gemeinderat zollte Bgm. Hiltpolt jedenfalls großen Respekt. Alt-Bgm. Hannes Marthe: „Wenn wir die Unterschrift von Schneider kriegen, müssen wir sofort zuschlagen. Das ist eine große Chance für Reith!“ Die umfangreichen Grundtauschgeschäfte wurden vom Gemeinderat einstimmig genehmigt.