Rosshütte verzichtet auf „Snowmax“

Bgm. Frießer: „Zu emotionale Debatte!“ (Foto: Archiv)

Eine heftige mediale Kampagne gegen einen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch, den Zusatzstoff „Snowmax“ bei der Schneeerzeugung zu testen, brachte kürzlich Seefelds Bürgermeister Werner Frießer, der zugleich auch Chef der Bergbahnen Rosshütte ist, ins Schwitzen. Vor allem Seilbahner-Chef Franz Hörl attackierte Frießer scharf und forderte einen Stopp von Subventionen und ein Überdenken der Ski-WM. Um die Sache nicht eskalieren zu lassen, lenkte der Seefelder Ortschef ein und versprach trotz der Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts, auf Zusatzstoffe bei der Produktion von Kunstschnee zu verzichten. Bei der Schneeerzeugung aus reinem Wasser braucht man Temperaturen von weniger als vier Grad Celsius, eine möglichst geringe Luftfeuchtigkeit und eine Wassertemperatur von maximal zwei Grad. Effizient werden solche Beschneiungsanlagen erst bei echten Minusgraden. Bei einer Methode, die aus den USA kommt und unter dem Namen „Snowmax“ bekannt ist, kommen abgetötete Pseudomonas-syringae-Bakterien zum Einsatz. Ihr Eiweiß lässt Wasser auch bei plus fünf Grad Celsius zu schneeähnlichem Pulver werden. Die Methode spart Wasser und Energie. Deshalb ist sie auch in der Schweiz, in Norwegen und Schweden zugelassen. In Deutschland und Österreich hingegen nicht. Auf Grund eines Einspruchs durch die Bergbahnen Rosshütte aus dem Jahr 2014 wurde dieses Verbot nunmehr vom Landesverwaltungsgericht entgegen des politischen Willens der schwarz-grünen Landesregierung gekippt. Bgm. Frießer kündigte einen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch an, um die Auswirkungen von „Snowmax“ vorerst zu testen. „In der Sache konnte mich zwar niemand überzeugen. Aber vielleicht haben wir die Diskussion über ‚Snowmax’ zu früh geführt“, meint er gegenüber der Plateauzeitung. „Es handelt sich um ein Produkt, das bei der Maisproduktion gewonnen wird und das laut Wasserrechtsbehörde des Landes keine negativen Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und die Umwelt hat. Da die mediale Debatte derart emotional geführt wurde, haben wir in einer gemeinsamen Erklärung mit LH Günther Platter und dessen Stellvertreter Josef Geisler auf die Beimischung von Zusatzmitteln bei der Schneeerzeugung bis auf weiteres verzichtet!“ Frießer ist dennoch überzeugt: „Schneesicherheit wird in Zukunft ein entscheidendes Kriterium für die Olympiaregion Seefeld sein. Sobald die Erderwärmung um 1,5 Grad fortschreitet, wird Schneeproduktion ohne Zusätze zumindest in den mittleren Lagen nicht möglich sein.“