Scharnitz kämpft um Anschluss an Loipennetz

Langlaufen bis Scharnitz war langezeit nur im Bereich der Gehwegunterführung möglich (Foto: Archiv).

Vergangene Woche war die Loipe im Bereich der vom Land errichteten Loipenunterführung unter der Scharnitzer Umfahrung zwar einige Tage offen. Der Streit um die Loipentrasse ist aber nachwievor ungelöst. Dies zeigte auch eine heftige Debatte über die Aufhebung eines Gemeinderatsbeschlusses betreffend einer Umwidmung, mit der der Gemeinderat das Thema im September lösen wollte. Zur Vorgeschichte: 2014 sicherte die Gemeinde Scharnitz einer Landwirtin eine Baulandumwidmung zu, damit diese Grund für die neue Umfahrungsstraße zu Verfügung stellt. „Auf eigenen Wunsch wurde die Widmung nicht sofort umgesetzt“, erklärte Bgm. Isabella Blaha im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Die Frau erklärte uns, dass sie – wohl aus Steuergründen – die Widmung noch nicht brauche!“ Als die Umfahrung soweit fortgeschritten war, dass die Gemeinde die genaue Situierung des Loipentunnels bekannt geben musste, erklärten sich gleich zwei Bauern bereit, ihre Gründe gegen Ablöse abzutreten. Der Gemeinderat nahm das Angebot jenes Landwirts an, auf dessen Grund man die Loipe mit weniger Gefälle errichten konnte und vereinbarte mit jener Bäuerin, mit der man jetzt im Clinch liegt, dass sie die damals zugesagte Umwidmung erhalte, wenn sie jene Klausel unterschreibt, die inzwischen alle Scharnitzer Grundbesitzer unterschreiben mussten, über deren Grundstücke eine Loipe führt. Diese besagt, dass der Grundbesitzer 15 Jahre lang keinen Einspruch gegen diese Dienstbarkeit (Loipe) erhebe. „Wir haben diese Vereinbarung eingeführt, da wir sicher stellen wollen, dass Scharnitz an das Loipennetz der Olympiaregion angeschlossen bleibt“, so Blaha. Auf die neue Forderung folgten Gegenforderungen der Bäuerin. Unter anderem wollte sie eine weitere Umwidmung oder eine schriftliche Zusicherung, dass die Scharnitzer Wanderwege für Reiter nicht gesperrt würden!“ Für Bgm. Blaha Grund genug, den September-Beschluss aufzuheben: „Die Landwirtin hat die erforderlichen Unterlagen nicht beigebracht und die Erklärung nicht unterzeichnet!“ GR Walter Lechthaler meinte: „Wir haben beim Land um keine Bewilligung angesucht, daher müssen wir den Beschluss auch nicht aufheben!“ Ing. Peter Reinpold: „Gießen wir doch nicht zusätzliches Öl ins Feuer!“ Der Antrag Blahas wurde trotzdem mit 7:6 Stimmen angenommen.