Scharnitz: Müllproblem gelöst

Ohne Worte...!

Eine haltlose, anonyme Anzeige führte in Scharnitz zu einem Riesenproblem mit der Müllabfuhr. Bei der regulären Mai-Gemeinderatssitzung konnten sich die Volksvertreter auf keinen Anbieter einigen. Erst als ein ortsansässiger Bieter sein Angebot zurückzog und die Volksvertreter neuerlich tagten, konnte die Müllabholung wieder sichergestellt werden. 43 Jahre lang hatte Friedrich Mair zur Zufriedenheit aller die Müllabfuhr in Scharnitz durchgeführt, ehe im Dezember vergangenen Jahres eine anonyme Anzeige eine Kettenreaktion auslöste. Dabei waren die Vorwürfe aus der Luft gegriffen: sein Anhänger sei nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und die zum Einholen des Mülls engagierten Asylwerber wären illegal beschäftigt worden. Bgm. Isabella Blaha: „Obwohl die BH die Ermittlungen eingestellt hat, kam durch die infame Anzeige nicht nur Mair sondern auch die Gemeinde zum Handkuss. Wir schickten nämlich in der Folge Gemeindearbeiter bei der Müllabfuhr mit. Um eine Kostenexplosion zu verhindern, erhoben wir die Preise für Leiharbeiter und der Infrastrukturausschuss schrieb die Müllabfuhr neu aus. Man befragte sowohl Scharnitzer Transportunternehmen als auch jene Unternehmen, die am Seefelder Plateau in anderen Gemeinden die Müllabfuhr erledigen. Ausschussobmann Michael Ecker informierte, dass zwölf Angebote eingegangen sind. Der Gemeinderat konnte sich aber auf keinen Anbieter einigen. GR Peter Reinpold bezeichnete die Kommunikation mit Mair als Frechheit. VBgm. Alexander Gaugg bemängelte, dass man Mair zumindest fragen hätte müssen, ob er die Müllabfuhr bis zu seiner Pensionierung zum Preis des Bestbieters weiter machen hätte wollen. GR Walter Lechthaler regte an, schriftlich die bestehende Vereinbarung zu lösen.“ Bei der Abstimmung über den ortsansässigen Bestbieter stimmten sechs Gemeinderäte dafür, vier dagegen und drei enthielten sich der Stimme. Blaha: „Da bei 13 Gemeinderäten mindestens sieben für die Vergabe stimmen müssen, gibt es laut Gemeindeordnung keine Mehrheit!“ Bei der Abstimmung über den Bestbieter gab es gar nur fünf Zustimmungen. Der Gemeinderat musste also „nachsitzen“. Da bei der neuerlichen Vergabe das Scharnitzer Unternehmen sein Angebot zurückgezogen hatte, dauerte diese Sitzung nur 17 Minuten. Einstimmig wurde der Leutascher Billigstbieter mit der Müllabfuhr betraut. Die Kosteneinsparung durch die Ausschreibung soll nicht an die Bürger augeschüttet, sondern in den Ausbau des Recyclinghofs investiert werden.