Seefeld will Tempo 40 einführen

Der Glasturm soll dem Skiclub helfen, die Containermieten zu senken (Rendering: Meissl Architects).

Bei der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung konnte eine Reihe wichtiger Bau- und Flächenwidmungsplanänderungen beschlossen werden. Debatten gab es über Tempo 40 im gesamten Gemeindegebiet, den neuen Glasturm bei der Casino-Arena und die Öffnung der Kinderkrippe bis 17 Uhr. GR Sepp Kneisl regte an, für Wohnanlagen mit mehr als vier Einheiten, die weder für einheimische Mieter oder Wohnungseigentümer errichtet werden, noch über eine touristische TB-Verordnung verfügen, keine Baugenehmigung auszustellen. Bgm. Frießer will den Vorschlag juristisch prüfen lassen. „Die Idee ist gut. Über die Baumassendichte haben wir es aber ohnehin in der Hand, über solche Bauvorhaben im Gemeinderat zu entscheiden!“ Nicht ganz einig waren sich die Gemeinderäte bei der Beauftragung des Büros Planoptimo für die Erstellung eines Gutachtens für Tempo 40 bzw. 30 auf Seefelds Straßen. Frießer: „Wir brauchen dieses 11.000 Euro teure Gutachten, damit wir das Tempolimit überhaupt bei der Behörde einreichen können.“ Theres Schmid und Anton Kirchmair plädierten dafür, die 2.000 Euro für das 30-er-Gutachten einzusparen. Andere meinten, dass sich diese Kosten in kürzester Zeit durch Radarkontrollen amortisieren würden. Bgm. Frießer: „In vielen engen Straßen ist Tempo 30 nötig. In einigen braucht man es gar nicht zu verordnen, da man ohnehin nicht schneller fahren kann!“ Am Ende gab es doch einen einstimmigen Auftrag an das Reither Verkehrsplanungsbüro. GR Theres Schmid machte darauf aufmerksam, dass der Kinderspielplatz beim See hergerichtet werden müsse. Außerdem wollte sie wissen, wie der Glasturm bei der Casino-Arena finanziert und ob er überhaupt umgesetzt werde. Bgm. Frießer: „Durch Umplanungen konnten wir die Kosten um 240.000 Euro reduzieren. Der Turm, der in Fertigbauweise errichtet und weithin sichtbar sein wird, wird von Land und Bund mitfinanziert und wird nach der WM als Aussichtsplattform dienen. Außerdem werden dort Räumlichkeiten für Veranstaltungen untergebracht, für die der Skiclub sonst insbesondere bei Weltcup und Kaiser-Maximilian-Lauf Container anmieten müsste!“ Wie die Gemeinde Reith will sich auch die Gemeinde Seefeld dem Projekt „Natur im Garten“ des Tiroler Bildungsforums anschließen. Erna Andergassen: „Wir erfüllen weitgehend die Kriterien und können durch Vorträge und Workshops für die Bevölkerung profitieren. Da wir weder chemisch-synthetische Dünger noch Torf einsetzen und an der Neophytenbekämpfung teilnehmen, kann die Gemeinde um die Natur-im-Garten-Plakette ansuchen. Die Öffnungszeiten der Kinderkrippe wurden schließlich an die Kindergartenöffnung (bis 17 Uhr) angepasst. Da in dieser Zeit weniger Kinder im den Betreuungseinrichtungen sind, muss die Gemeinde keine zusätzliche pädagogische Kraft einstellen. Vom Land erhält man dank der längeren Öffnungszeiten eine zusätzliche Förderung. Schließlich wurde auch die Zukunft der Strandperle diskutiert. Pächter Oliver Neth möchte gerne einen Wintergarten anbauen. Außerdem sind Erneuerungen in der Küche nötig, da einige Küchengeräte bereits beim Einbau vor 13 Jahren gebraucht waren und die Kühlanlage mangels geeigneter Frischluftzufuhr nicht richtig funktioniert. Dank eines Grundsatzbeschlusses kann Neth die Planungsarbeiten beginnen. Über die finanzielle Abwicklung soll in einer der nächsten Sitzungen diskutiert werden.