Suitner: „Wollen WM nachhaltig nutzen!“

SKZ-Chef Wolfgang Suitner (Foto: Rangger).

Wolfgang Suitner hat vor einem halben Jahr die Geschäftsführung des Sport- und Kongresszentrums übernommen und zeichnet parallel für die Leitung der WM-Sportanlagen GmbH verantwortlich, wo zuletzt emsig an der Wiederherstellung der Sportstätten (Tennis- und Fußballplätze) gearbeitet wurde. In der Gastronomie gab es genauso Personalrochaden wie im Sport- und Kongresszentrum. Aus aktuellem Anlass führte PZ-Redakteur Bernhard Rangger das folgende Gespräch.
PZ: Ist es richtig, dass Sie seit kurzem auch die Fußballplätze in Scharnitz und Leutasch mitbetreuen?
Suitner: Seit vergangenem Sommer gibt es am Seefelder Plateau einen Fußballverein, der auf allen drei Anlagen zuhause ist. Auch bei der Fußballagentur SLFC, die für die Trainingslager prominenter Fußballvereine aus dem In- und Ausland zuständig ist, besteht großes Interesse, auf alle Anlagen zurückgreifen, da alle drei Plätze hervorragende Voraussetzungen bieten.
Seitens RB Leipzig, deren Kampfmannschaft Seefeld im Juli besucht, kam die Anfrage, ob zeitgleich auch die U18 Mannschaft in Scharnitz trainieren könne. Wir werden als Pilotprojekt mit Leipzig den neuen Fußballplatz in Seefeld und jenen in Scharnitz bespielen und sind mit den Gemeinden Leutasch und Scharnitz im Gespräch, mit der WM Sportanlagen GmbH künftig alle Fußballplätze am Plateau in einem europacuptauglichen Zustand zu erhalten.
PZ: Wird der Seefelder Fußballplatz überhaupt rechtzeitig fertig?
Suitner: Das schaffen wir. Dynamo Kiew trainiert Anfang Juli in der Casino-Arena, wo wir wie beim neuen Fußballplatz an der Landesstrasse einen – wenn auch kleineren – Nebenplatz installieren konnten, der sich perfekt für Individualtrainingseinheiten anbietet. Das kommt bei den Spitzenmannschaften sehr gut an und wird künftig ein wichtiges Argument, um unsere Plätze weiterhin gut vermarkten zu können, ohne dass wir Spitzenteams Geld für ihr Kommen bezahlen müssen!
PZ: Auch die Tennisanlage ist zum Teil schon in Betrieb.
Suitner: Richtig. Wir haben aktuell drei Plätze fertig. Drei weitere und zwei extra Trainingsplätze sollen in den nächsten Wochen eröffnet werden. Damit können wir nicht nur dem Tennisclub sondern auch der Tennisakademie von Håkan Dahlbo eine neue bzw. zusätzliche Heimat bieten. Auch das Clubgebäude mit Restaurant und großzügiger Außenterrasse ist ein Highlight geworden. Im ersten Stock gibt es Büros, Umkleidekabinen und funktionelle Nasszellen, eine Infrastruktur, die in Tirol ihresgleichen sucht.
PZ: Auch im Freigelände des Olympia-Bads wurde gearbeitet?
Sutiner: Im Zuge der WM-Aufräumarbeiten haben wir dort die Liegeflächen um 60 bis 70 zusätzliche Plätze erweitert. Auch der Spielplatz wurde erneuert. Das alles geht Mitte Juli in Betrieb. Zudem hat der Eisstockverein um eine Sommerstockbahn angefragt. Diese soll noch heuer neben den bestehenden grünen Plätzen errichtet werden und so die Infrastruktur des SKZ ergänzen!
PZ: Auch im Team des SKZ und in der Gastronomie gab es Personalrochaden.
Sutiner: Katharina Stengg hat uns verlassen, unser Team im Verwaltungsbereich ergänzt Theresa Außerladscheider als studierte Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagerin, die während der WM bereits für den ÖSV vor Ort tätig war. Im Restaurant Olympia hat sich nach 26 Jahren Franz Tomberger in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Mit Verena und Robert Horner haben wir ausgezeichnete Nachfolger gewonnen, die ein neues Gastrokonzept umsetzten, das vom Speiseangebot zwar wie bisher auf die Kinder im Schwimmbad Rücksicht nimmt, sonst aber mehr in Richtung gesunde Ernährung geht. Auch Manuela Kaiser und Hansjörg Sailer im neuen Tenniscafé hinterlassen einen ausgezeichneten Eindruck.
PZ: Welches Konzept verfolgen die Seefelder Gemeindebetriebe unter Ihrer Führung?
Suitner: Seefeld hat eine perfekte sportliche Infrastruktur in Verbindung mit einer unschlagbaren Hotellerie, alles fußläufig erreichbar und in eine wunderbare Landschaft eingebettet, zudem die Nähe zum Flughafen Innsbruck, was einen enormen logistischen Vorteil darstellt. Das gibt es in dieser Form sonst nirgends. Außerdem wollen wir die Nordische WM als Sprungbrett nutzen und die Erfolge nicht nur verwalten, sondern die Sportstätten in enger Zusammenarbeit mit dem TVB und der Sportagentur SLFC auch nachhaltig bespielen und beleben. Auch das breite und vielfältige, sportliche Angebot soll helfen, Seefeld als Hotspot für Sportbegeisterte zu etablieren.
PZ: Danke für das interessante Gespräch.