Übernimmt Reith Kindergruppe „Willi“?

Die Kindergruppe Willi hat schon erfreulichere Zeiten erlebt (Foto: Archiv).

Die Kindergruppe „Willi“ in Reith wird seit 1998 von „Frauen im Brennpunkt“ geführt. Da der Verein nunmehr eine jährliche Subvention von 30.000 Euro forderte, fasste der Reither Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Grundsatzbeschluss, dass man die Gruppe selbst weiter führen werde.
Bgm. Dominik Hiltpolt argumentierte, dass die Gemeinde in der Lage sei, erhebliche Kosten einzusparen: „Vor allem bei den Verwaltungskosten und den Sachkosten können wir eine ähnliche Summe einsparen, wie die Subvention ausmachen würde. Außerdem haben wir derzeit keinen Einfluss darauf, welche Kinder aufgenommen werden!“
Mehrfach sei der Wunsch nach einer Subvention an ihn herangetragen worden. „Bisher konnte ich das Anliegen des Vereins vom Gemeinderat fern halten. Nunmehr verlangt man aber eine definitive Antwort.“
Da die Elternbeiträge 29.000 Euro betragen und das Land den Kindergarten mit 54.800 Euro subventioniert, sahen sich auch die übrigen Gemeinderäte in der Lage, dem Vorschlag Hiltpolts zuzustimmen. GR Peter Told meinte etwa: „Es hat schon öfters Probleme gegeben, dass heimische Kinder nicht unterkamen. Wenn wir also die Subventionen kriegen, dann sollten wir das umgehend ändern!“
Auch die Gemeinde Reith musste in dieser Sitzung über die Jahresrechnung befinden. Eine Situation war besonders grotesk: Alt-Bgm. Hannes Marthe hatte das Zahlenwerk im Überprüfungsausschuss mitüberprüft und dann eine Einwendung eingebracht. Bei der Abstimmung im Gemeinderat stimmte er wieder dafür.
Im ordentlichen Haushalt erzielte die Gemeinde 4,55 Mio. Euro Einnahmen, gegenüber 4,25 Mio. Ausgaben, im außerordentlichen Haushalt waren es 1,19 Einnahmen und 1,37 Ausgaben. Das Jahresergebnis betrug also etwas mehr als 100.000 Euro. Marthes Einwände betrafen vor allem die komplizierte Darstellung des Zahlenwerks und dass der Verschuldungsgrad (34,28 Prozent) durch falsches Verbuchen der Abzweigespur ins Gewerbegebiet zu einer Schönung des Verschuldungsgrads geführt habe. Außerdem sei das Abstimmungsergebnis bereits im Auflageexemplar abgedruckt worden. Bgm. Dominik Hiltpolt hielt ihm entgegen, dass die Buchungen nach den Vorgaben der BH erfolgt seien: „Beim Abstimmungsergebnis muss man eine Zahl eingeben, sonst lässt sich der Vorschlag nicht ausdrucken!“