Vorbei mit KULTuriges Seefeld

Monika Neuner verabschiedete sich von KULTuriges Seefeld.

Vor acht Jahren sagte Monika Neuner mit der Seefelder Kulturinitiative „KULTuriges“ dem bitteren Ernst den Kampf an – zahlreiche „No-Name“-Künstler fanden ihre Bühne in Seefeld. Das wird nun der Geschichte angehören, da die Gemeinde und der TvB nicht mehr bereit waren, die Förderungen zu erhöhen. Jetzt muss Neuner einen Schlussstrich für die Initiative ziehen.

Der Abschied fällt ihr sichtlich schwer. Monika Neuner erinnert sich noch gut an das Jahr 2006, als sie mit einer kleinen Initiative eine wahre Kulturbewegung in Seefeld ins Rollen brachte. Unter dem Motto „Kabarett und Kleinkunst im Gasthaus“ fiel für KULTuriges im Seefelder Cafè Corso der Startschuss. Ihr Ziel war es, noch völlig unbekannten Kabarett-Künstlern eine Bühne zu bieten. Zu einem der ersten Künstler zählte Markus Koschuh, der mittlerweile weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannt ist. Es entstand eine tiefgreifende Freundschaft: „Bis heute stehen wir im regen Kontakt.“ Zahlreiche weitere lokale Künstler folgten, „seien es die ‚Schienentröster’, Markus Linder oder  Gerhard Sexl  –alle waren schon Fixpunkte im KULTurigen Terminkalender“, verkündet Neuner stolz.

Innerhalb kürzester Zeit wuchs die Initiative, das kleine Cafè Corso reichte bald nicht mehr „So musste ich mir neue Räumlichkeiten suchen, die auch den technischen Anforderungen der Künstler gerecht wurden. Mittlerweile hatte sich KULTuriges auch bei Künstlergrößen wie Chris Lohner, Erika Pluhar, Christoph Fälbl, Joesie Prokopetz, Lisa Fitz einen Namen gemacht.  “ Mit dem Seefelder Kino und später dem Saal Olympia im SKZ weitete die Leiterin von „Neuner-Event“ ihr Angebot aus. Viel Arbeit steckte sie in ihre Initiative, doch nicht nur die zahlreichen Kulturbegeisterten vom Plateau wuchsen – auch die Kosten stiegen jährlich weiter und weiter. „Als ich letztendlich große Künstler wie Django Asül nach Seefeld locken konnte, stieg neben dem Niveau auch das Investitionsvolumen beträchtlich.“ Und somit war KULTuriges unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr zu finanzieren. Die Förderungen, die sie seitens der Gemeinde, des Tourismusverbandes sowie von Sponsoren bekam, reichten bald vorne und hinten nicht mehr. „Also fragte ich nach einer Erhöhung, um die Initiative am Leben zu halten.“ Bisher zahlte ihr die Gemeinde für 12 Veranstaltungen im Jahr  12.000 Euro, der TVB 1.500 Euro. Neuner hätte allerdings 30.000 Euro pro Jahr gebraucht, um KULTuriges vernünftig weiterführen zu können. Zuviel für Gemeinde und TVB.

Ein bisschen Ärger schwingt in ihrer Stimme mit: „Wenn eine Gemeinde mit solch großem Budget wie Seefeld keine Kulturinitiative mit 30.000 Euro aufrecht erhalten will, ist das unglaublich schade. “ Somit blieb ihr keine Alternative mehr, als nach acht spannenden Jahren die Kulturinitiative zu beenden. Auch wenn ihr Neuner-Eventmarketing weiterläuft wie gehabt, fällt ihr der Abschied von KULTuriges schwer. „Ich habe viel erlebt in dieser Zeit, viele Bekanntschaften geschlossen, viele lustige Abende erlebt.“ Mit „Ox und Esel“ ging kürzlich vor 120 Zusehern die letzte Veranstaltung über die Bühne. Als der Vorhang fiel, „war es ein sehr bewegender Moment für mich“. Monika Neuner möchte sich beim Tourismusverband und der Gemeinde für die bisherige Unterstützung bedanken. Vor allem aber bei der Raiffeisenbank Seefeld: „Sie haben mich von Anfang an nicht nur finanziell unterstützt, sondern KULTuriges auch mit großer Wertschätzung mitgetragen.“