Vorbereitung G7-Gipfel: Grenzübergreifende Löscharbeiten

Aus den imaginären Flammen gerettet: Krüner Feuerwehrmann Hans Frankenberger (l.) bei der Personenbergung. (Fotos: Hornsteiner)

Wie bereits berichtet, findet nächstes Jahr im Juni der G7-Gipfel im Schloss Elmau bei Krün statt. Das dabei die Sicherheit im Vordergrund steht, ist selbstredend. Zu diesem Zweck wurde kürzlich eine grenzübergreifende Feuerwehrübung einberufen, die realistischer nicht hätte sein können. Die PZ war vor Ort.

Es wäre das Horrorszenario schlechthin: Brand im Schloss Elmau, insgesamt vier Personen sind im lodernden Gebäude eingeschlossen. Auf dem Balkon ein Überlebender, der in absolute Panik verfallen ist. Wie nun vorgehen?
Genau das übten kürzlich acht Feuerwehren vom Seefelder Plateau, Mittenwald und dem Oberen Isartal im Alpengut Elmau, einem Gehöft in der Nähe des Schlosses. Das leerstehende Gebäude eignete sich perfekt für solche einen Übungseinsatz. Krüner Feuerwehrmann Hans Frankenberger spielte oscarreif die zu rettende Person. „Ich wollte die Übung so realistisch wie möglich halten.“ Das gelang ihm.

Er schrie, reagierte absolut unvorhersehbar, wollte sogar die angelehnte Leiter der Florianis umschmeißen. „Das alles ist zu beachten, wenn eine zu bergende Person in Panik verfällt.“ Genau 120 Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter die Freiwillige Feuerwehr Mittenwald (sechs Fahrzeuge), Krün (vier Fzg.), Wallgau (ein Fzg.), Scharnitz (zwei Fzg.), Leutasch (drei Fzg.), Unterleutasch (zwei Fzg.), Seefeld (drei Fzg.) und Reith (zwei Fzg.).

„Die rasante Ausbreitung des Feuers erforderte den Einsatz mehrerer Feuerwehren“, wie auch Maximilian Neuner von den Leutascher Florianis der PZ erklärt. „So mussten neben den drei Bayerischen auch jene aus Tirol anrücken. Oberste Priorität galt der Menschenrettung, parallel dazu musste der Großbrand teils unter Atemschutz bekämpft werden. Ein kleiner Bach diente als Wasserentnahmestelle, woraus mit mehrern Tragkraftspritzen das Löschwasser entnommen wurde.“

Noch realistischer machte die Übung ein Flüssiggastank, der entsprechend gekühlt werden musste, um eine Gefahrenausbreitung zu verhindern. „Die Einsatzleitung diente als Schnittstelle zwischen den Bayerischen und Tiroler Wehren, da in Tirol bereits mit Digitalfunkgeräten im Direkt-Modus kommuniziert wird, in Bayern aber noch der analoge Funk“, so Neuner.
Bei der Übungsbesprechung im Krüner Feuerwehrhaus wurde noch einmal Fazit gezogen: „Wir hoffen, dass diese Veranstaltung unseren Einsatz nicht erforderlich macht, doch sollte der Ernstfall eintreten hat die Übung gezeigt, dass die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg funktioniert“, resümierte Kommandant Hubert Klotz aus Mittenwald.