Start Allgemein Wackerle fühlt sich den Bürgern verpflichtet

Wackerle fühlt sich den Bürgern verpflichtet

Der zweiwöchige Urlaub hat Seefelds Bürgermeister Markus Wackerle offenbar gut getan. Bei der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung meinte er: „Ich bin jetzt ruhiger und habe eingesehen, dass ich vom Tempo gehen muss. Meine Spar­ansätze waren zu radikal. Ich habe übersehen, dass es sich um eine Politikum handelt und ich nicht wie als Unternehmer selbst entscheiden kann. In Zukunft werde ich den gesamten Gemeinderat einbinden und alle zu überzeugen versuchen!“
Auch die Sitzung verlief nach diesen fast beschwörenden Worten deutlich entspannter. Bereits am Vortag hatte Wackerle zu einer Informationssitzung eingeladen und die Tagesordnungspunkte vorbesprochen. Nur die Abstimmung über die Anpassung der Kurzparkzonen und der Parkgebührenordnung war behäbig, zumal jeder Parkplatz einzeln besprochen und abgetsimmt werden musste. GR Alexander Meissl: „Wenn wir das jetzt so ausführlich tun, hat das den Vorteil, dass wir künftig bei jedem Parkplatz auch kurzfristig regieren können, wenn es sich herausstellt, dass es dort Änderungen bedarf. Bei einer Pauschalregelung müsste sonst immer die komplette Verordnung aufgehoben und neu aufgerollt werden.
Eingeführt wurde ein neues Tarifsystem, welches auf allen Parkplätzen mit Ausnahme des Raiffeisenparkplatzes gelten wird. Bei der Raika kann man künftig nur eine Stunde zum Preis von einem Euro parken, muss dann aber wieder den Parkplatz verlassen. Bei allen anderen kann man Tickets pro Stunde um ein Euro bis zu maximal sechs Euro erwerben. Dann gibt es auch noch ein Tagesticket um acht Euro.
Die Parkplätze bei der Sprungschanze und bei den Fußballplätzen sind nur im Winter Kurzparkzone, alle anderen Parkplätze im Ort und neu – bei der Reitanlage – sind ganzjährige Kurzparkzonen. Der Parkplatz hinter der Tennishalle steht nicht mehr zur Verfügung. Der Pendlerparkplatz beim Haus Andreas wird zur Kurzparkzone. Als Ersatzplätze werden Parkplätze am Rielweg und am Apothekenparkplatz als Pendlerparkplätze ausgewiesen und mit dem Hinweisschild „Nur für Berechtigte“ gekennzeichnet.
Besonders groß ist derzeit die Nachfrage nach Fernwärme. Da noch drei Hotels und zahlreiche Privathaushalte an die Fernwärme anschließen wollen, wird man am Kuengelände einen Pufferspeicher errichten. Damit sich dieses Bauwerk in die Umgebung einfügt wird es mit einem Stadel ummantelt.
Für das Areal hinter dem Camp Alpin beschloss man mit zwei Gegenstimmen um 40.000 Euro einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Zum einen sollen die Fachleute eine Bebauung für mindestens 24 junge Seefelder vorschlagen, die neben ihrem Haus nur einen Autoabstellplatz bekommen. Die Besucherparkplätze sollen in eine Tiefgarage. Auch Gemeinschaftsanlagen sollen errichtet werden, sodass die Häuslbauer dort viel Angebot und möglichst hohe Förderungen in Anspruch nehmen können. Der Architektenwettbewerb wird im August entschieden, im September soll die Präsentation des Projekts erfolgen. Wenn alle nötigen Beschlüsse und Vorarbeiten bis Dezember abgeschlossen sind, wäre eine Vergabe im Jänner und ein Baubeginn im April 2023 möglich.
Trotz der Budgetnot mussten auch sehr ausgabenintensive Beschlüsse gefasst werden: „Das Dach der Mittelschule weist schwere Mängel auf. Da die ausführende Firma in Konkurs ist, müssen die Sprengelgemeinden 39.200 Euro für die Sanierung aufbringen, Seefeld trifft es mit 16.000 Euro. Man versucht, mit den übrigen Plateaugemeinden zu verhandeln, dass Seefeld, nicht wie sonst üblich, in Vorlage treten muss,
Für die Sanierung der Schlaglöcher auf Gemeindestraßen will man heuer dem Leutascher Beispiel folgen und ein kostengünstigeres Asphaltvergußverfahren anwenden. Für die ganz großen Aspahltschäden ist man bei der Firma Bodner bereits in Vorleistung getreten, damit diese noch heuer mit Asphalt aufgefüllt werden.
Um den Betrieb der Bergbahnen Rosshütte zu sichern, musste eine Garantieerklärung über vier Mio. Euro verlängert werden. Bgm. Wackerle: „Im Winter hat die Liftgesellschaft sehr gut gearbeitet und wir müssen uns keine Sorgen machen, dass diese Geld fällig gestellt wird!“
Unter dem Tagesordnungspunkt „Allfälliges“ gab es schließlich noch eine heftige Debatte zwischen GR Meissl und Alexander Schmid. Meissl schlug vor, die regelmäßigen Analysen der Steuerberaterin entweder besser aufzubereiten oder sie ganz einzustellen, da das Zahlenkonvolut derzeit „totes Papier“ darstelle. Demgegenüber meinte Schmid, dass er ohne die Controllingzahlen aus dem BIG- und dem Überprüfungsausschuss zurücktreten müsse, da er nur aus diesen die wirklichen Probleme der Gemeindefinanzen ablesen könne. Wenn Meissl die Zahlen nicht verstehe, müsse er sich eben informieren. Das sei ein Hol- und nicht eine Bringschuld. Bgm. Wackerle beruhigte und schlug vor, die Steuerberaterin in den nächsten Ausschusssitzungen beizuziehen.

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