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Jeder Cent ist in Beradje angekommen

Birhanethiopia, die Initiative von Klaudia Kluckner in Reith, wurde heuer in einen Verein umgewandelt, der nach wie vor Spenden für Initiativen in Äthiopien sammelt. Karin Norz aus Seefeld fuhr im Sommer nach Beradje, um vor Ort zu sehen, was mit dem Spendengeld gemacht wurde. Hier ihr Bericht: „Im Oktober 2019 konnte ich wieder unsere Schule in Beradje besuchen. Viel ist geschehen in diesem Jahr. 151 Kinder besuchen dieses Schuljahr die Schule und sie fühlen sich sehr wohl in Beradje. Ein neuer Direktor konnte für die Schule gefunden werden und Lydia, eine junge, einheimische Mutter, ist nach ihrer Montessori -Ausbildung, an die Schule zurückgekehrt. So dürfen wir uns in diesem Schuljahr über fünf Lehrpersonen freuen, die die Kinder in drei Klassen unterrichten.
Dem neuen Kochhaus fehlt nur noch der letzte Feinschliff. Vorbei die Zeit, wo die Köchinnen in einem Wellblechverschlag auf dem Boden kochen mussten. Nun haben sie ein wetterfestes, gemauertes Häuschen. Für die Kinder gibt es abwechselnd Brot, Bohnengericht und Reis.
Die SchülerInnen sind unglaublich diszipliniert und warten geduldig, bis sie in den Speisesaal dürfen und warten dann, bis das Tischgebet gesprochen ist, bevor sie zu essen beginnen. Nach dem Essen helfen die Kinder Teller und Tassen aufzuräumen.
Der Unterricht erfolgt hauptsächlich in Guragigna, derSprache der Region. Sie lernen weiters Amharisch, die äthiopische Amtssprache. Nach den drei Schuljahren beherrschen die Kinder die 36 Buchstaben, wo jeder Buchstabe mit dem Vokal verbunden wieder ein eigenes Schriftzeichen ist. Ebenso bekommen die Kinder in Englischunterricht und können bis zum Abschluss einige Grundbegriffe in Englisch und auch unsere Schriftzeichen lesen.
Abba Ketema, Kapuzinermönch und Pfarrer dieser Gemeinde, hat die Oberaufsicht über die Schule, gemeinsam mit dem Kapuzinerorden. Da die Pfarre sehr groß und er dementsprechend viel auch unterwegs sein muss, ist nun der neue Direktor, ein pensionierter Lehrer, täglich vor Ort und lehrt die Schüler vor allem in Amharisch.
Die SchülerInnen der Schule bedanken sich auch recht herzlich bei den Volksschulkindern der VS Reith und Leutasch, die extra Geld für die Schule gesammelt haben. Auch über die selbst gemalten Bilder haben sich die Kinder sehr gefreut und sie werden in den Klassen einen schönen Platz bekommen.
Die neuen Schuluniformen konnten die Kinder auch zum Schulbeginn in Empfang nehmen. Die neuen SchülerInnen bekommen eine Hose oder einen Rock, ein T-Shirt und einen Pullover. Noch strahlen die Uniformen in klaren Farben. Für viele Kinder ist es das einzige T-Shirt und das sieht man so manchem Hemd auch an.
Gemeinsam mit Abba Ketema haben wir für alle MitarbeiterInnen und LehrerInnen der Schule einen netten geselligen Abend in Wolkite organisiert. Die Freude war sehr groß mal gemeinsam außerhalb der Schule, etwas zu unternehmen.
Dank eurer Spenden ist dies alles möglich und wir können uns gar nicht genug bei Euch aus ganzem Herzen bedanken. Für die Kinder ist diese Schule eine kleine, besondere Oase. Anstatt mit 100 Kindern in einer Klasse zu sitzen, sind sie „nur“ 50 und teilweise mit zwei Lehrpersonen. Das tägliche Essen, welches ansonsten in allen anderen von den Kapuzinern geführten Schulen abgeschafft wurde, entlastet die Eltern sehr. Nur 4 Euro im Monat kostet das Essen pro Kind. Die Löhne der zwei Köchinnen, des Direktors und der neuen Lehrerin Lydia können dank Euch finanziert werden.
Jeder gespendete Cent kommt den Kindern in Beradje zugute und es war wieder eine große Freude zu sehen, was seit meinem letzten Besuch alles passiert ist.“

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