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Covid 19-Untersuchungs-Container

Eigentlich könnte Dr. Oswald Heis, der langjährige praktische Arzt von Leutasch, längst an die Pension denken. Er aber bereitet sich bereits strategisch auf eine zweite Corona-Welle im kommenden Winter vor. „Um meine Mitarbeiter zu schützen und eine Situation zu verhindern, dass die Menschen am Plateau zu Untersuchungen nach Innsbruck fahren müssen“, argumentiert er. Sein Ansatz: Er stellt vor seiner Praxis einen Untersuchungscontainer, in dem er Patienten mit Atemwegserkrankungen untersuchen will.
Bei der jüngsten Leutascher Gemeinderatssitzung kam Dr. Heis zum Tagesordnungspunkt Allfälliges. Bgm. Jorgo Chrysochoidis erteilte ihm das Wort: „Besonders wichtig ist mir, dass wir eine Situation wie in der Lombardei vermeiden, wo in großer Zahl medizinisches Personal und Ärzte angesteckt wurden, da zu wenig Schutzausrüstung vorhanden war und viele fachlich gut qualifizierte ältere Ärzte aus Angst vor einer Ansteckung in Pension geflüchtet sind.“
Heis weiter: „Wenn es im Winter zu einer zweiten Infektionswelle kommt und sich in einer Praxis am Plateau jemand infiziert, muss über diese Ordination eine Quarantäne verhängt werden. In meinem Fall gibt es dann im ganzen Leutaschtal keinen Arzt mehr und Patienten mit Atemwegserkrankungen müssen nach Innsbruck, was das Infektionsrisiko weiter erhöht!“
Er hat sich daher überlegt, vor seiner Ordination gegenüber den Quellenhof einen Container aufzustellen, in dem er einen kleinen Raum zum Anziehen der Schutzkleidung hat und einen Untersuchungsraum. Patienten mit Atemwegs­erkrankungen müssen sich anmelden und im Auto auf ihn warten. Er wechselt dann von der normalen Ordination in den Untersuchungscontainer und nimmt dort die Einschätzung der Patientenkrankheit vor. Dann wird der Untersuchungsraum entsprechend durchlüftet, damit allfällige Viren sofort vernichtet werden. Außerdem wird der Raum täglich penibel desinfiziert. Heiß: „Auch diese Maßnahme bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung. Das Risiko wird aber enorm minimiert!“
Den Gemeinderat bat er, die Kosten für die Containermiete von 450 Euro monatlich zu übernehmen. Heis: „Sollte ich einen Covidverdacht feststellen, kann die Behörde jenen Betrieb isolieren, wo er aufgetreten ist. Wir können so weitere Ansteckungswege unterbinden und möglicherweise eine Grenzschließung oder eine Quarantäne für einen ganzen Ortsteil verhindern!“
Einstimmig stellten sich die Gemeinderäte hinter das Anliegen des Leutascher Hausarztes. In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um den Forschritt der Erschließung mittels Lichtwellenleiter: 300 Häuser sind in der Leutasch bereits an das Breitbandnetz angeschlossen. Obwohl die Rauthütte fast 8 km vom Ortsnetz entfernt liegt, will man unbedingt auch dort mit der Glasfaser hin. Immerhin zahlt der Bund 75 Prozent des Anschlusses und alle Mobilfunkanbieter haben dort ihre Empfangsstaionen installiert. Der Gemeinderat rechnet also mit großen laufenden Einnahmen.

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