Start Allgemein Metropole der modernen Kunst

Metropole der modernen Kunst

Bei den jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzungen diskutierten die Räte, dem Kunstsammler Rafael Jablonka einen Teil der alten Seefelder Feuerwehrhalle 7 Jahre lang zu vermieten, damit dieser millionenschwere Werke namhafter Künstler vornehmlich aus Deutschland und Amerika präsentieren kann.
Jablonka war an Bgm. Werner Frießer herangetreten, dass er für einen längeren Zeitraum einen sieben mal elf Meter großen Bereich in der Feuerwehrhalle mieten wolle. Bei einer ersten Begehung erklärte er, dass er – ähnlich seiner Ausstellung in der Albertina – die Fläche als Ausstellungsraum für zweimal jährlich wechselnde Ausstellungen mit Werken aus seiner Sammlung verwenden wolle. Ein weiterer Bereich einschließlich der Kommandozentrale würde als Büro- und Verwaltungsraum benötigt.
Die Räume im Keller mit dem Vereinsraum der Schützen wären davon nicht betroffen. Auch der Theaterverein kann weiterhin ungestört proben.
Er bat den Gemeinderat um einen Grundsatzbeschluss, ob man sich eine Vermietung für mindestens sieben Jahre vorstellen könne. Die Gemeinde müsse nur für die Abtrennung des Raumes, eine neue Verglasung der Türen, die Heizung und die Beleuchtung sorgen. Alle anderen Kosten übernimmt Jablonka. Geplant ist eine enge Kooperation mit der jährlichen Cultour-Veranstaltung von Frau Gürtler, welche heuer Ende Juni stattfinden soll – mit einer Eröffnung der Ausstellung am 25. Juni.
Jablonka selbst würde als Kurator fungieren. Für die regelmäßige Öffnung seiner Ausstellungen in Seefeld strebt er eine Kooperation mit dem Tourismusverband und einem Kulturverein an. Diese sollen Schlüssel erhalten und im Kunstraum Öffnungszeiten bzw. Führungen anbieten.
Jablonka wollte selbst bei der Gemeinderatssitzung anwesend sein, war aber kurzfristig verhindert. Aus diesem Grund brachte Kulturreferentin Erna Andergassen seine PPT-Präsentation vor und gab einen kurzen Einblick in die Sammlung Jablonkas. Da sich der Gemeinderat grundsätzlich für das Projekt mit Jablonka aussprach, fand bereits vergangene Woche eine weitere Begehung statt. Kanpp 15.000 Euro würden die Materialkosten für die Adaptierung betragen.

Sammler, Galerist und Kurator
Rafael Jablonka ist deutscher Kunsthändler, Galerist und Kurator. Die von ihm geleitete Jablonka-Galerie zählt seit Beginn der Gründung zu einer der namhaften und international agierenden Galerien moderner Kunst in Deutschland und Europa.
Jablonka ist Geburtsjahrgang 1952 und stammt aus Kolo in Polen. Er studierte in Krakau Bauwesen und arbeitete nach der Übersiedlung nach Deutschland als Ingenieur in München. 1978 organisierte er seine erste internationale Ausstellung. 1979 gründete er die Galerie „Vakuum“. In der Folge studierte er Kunstgeschichte in Bochum. Im November 1982 initiierte er in Düsseldorf eine Auktion „Gegen das Kriegsrecht in Polen – für Solidarność“. 1988 entstand die Jablonka Galerie in Köln.
2010 knüpfte er den endgültigen Kontakt zu Tirol: Thomas Schütte durfte in seinem Auftrag in Mösern seine Arbeit „Ferienhaus für Terroristen“ als Bauwerk realisieren. Es ist eine Art begehbare Skulptur und dient für Jablonka als Rückzugs- und Denkraum Im gleichen Jahr erwarb er bei Köln die Pfarrkirche St. Ursula, die er zur „Böhm Chapel“ umfunktionierte. 2019 übergab er 400 amerikanische und deutsche Kunstwerke als Dauerleihgabe an die Albertina in Wien.

Kunstimage
Für eine pulsierende Tourismusgemeinde wie Seefeld ist es gut, sich als Ort der Kunst und der Moderne zu präsentieren. So gesehen kommt es einem Lotto-Zwölfer gleich, dass Rafael Jablonka einen Teil seiner Kunstsammlung in Seefeld präsentieren will. Jablonkas Kunstwerke stammen vorwiegend aus den 1980ern von berühmten Künstlern wie Nobuyoshi Araki, Eric Fischl, Damien Hirst, Mike Kelley, Andreas Slominski oder Philip Taaffe. Die millionenschweren Ausstellungsstücke nach Seefeld zu bekommen, wird Gästen und Kunstinteressierten gefallen und dem Ort neben dem Sportimage ein Kunstrenommee verleihen. Eine solche Gelegenheit sollte der Gemeinderat auf keinen Fall auslassen!
Bernhard Rangger

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