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Gute Lösung, kein Rosenkrieg!

Trotz des überraschenden Rücktritts von Bgm. Werner Frießer soll es in Seefeld zu einer geordneten Übergabe des Bürgermeisteramtes kommen. Nach einer Besprechung mit den Oppositionslisten am Montag folgte am Mittwoch eine Aussprache zwischen VBgm. Markus Wackerle und Bgm. Frießer, bei der es zum Handshake kam. Alle wollen eine geordnete Übergabe des Bürgermeisteramtes. Ein Rosenkrieg, wie er vielfach angedeutet wurde, ist abgeblasen!
Wackerle gegenüber der PZ: „Ich war überrascht, wie rasch wir eine gemeinsame Gesprächsbasis gefunden habenBgm. Frießer wird um den 7. Juli seinen schriftlichen Rücktritt einreichen und am 15. Juli wird er seinen letzten Arbeitstag in Seefeld antreten. Am 16. werde ich als Vizbürgermeister vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen! Dann ist der Gemeinderat am Zug. Jede Liste kann aus ihren Reihen einen Kandidaten kundtun. Kommt kein Vorschlag, werde ich bis zur Gemeinderatswahl im Feber die Amtsgeschäfte leiten!“
Sollte eine Gruppierung einen Vorschlag einbringen, hat Wackerle übrigens wenig Chancen, da er aus „Seefeld bewegen“ ausgetreten ist. Allerdings: „Auf Grund einer Beerdigung werden wir erst kommende Woche zusammen kommen und über einen Kandidaten debattieren“, so Bgm. Frießer.
Wie wird Wackerles Verhältnis zum scheidenden Dorfchef sein? „Ich hoffe auf ein sehr gutes“, so Wackerle. „Gerade jetzt in der Übergangsphase werde ich einige Male vor einer Entscheidung stehen, wo ich den Rat von Bgm. Frießer brauche. Und letztlich sind ja auch noch einige finanzielle Fragen wie die WM-Förderungen des Bundes zu klären, bei denen der Bürgermeister die Kontakte hat.“
Zu seiner eigenen Zukunft meint Wackerle: „Ich hab mich noch nicht entschieden, ob ich bei der Wahl 2022 als Bürgermeisterkandidat antrete. Ich hab aber jetzt die Gelegenheit das Amt kennen zu lernen. Das ist sicher eine Entscheidungshilfe!“ GR Sepp Kneisl von der Bürgerliste meint: „Wenn Bgm. Frießer einen neuen Lebensweg einschlagen will, soll er das machen und auch sein Nachfolger wird keine Bäume ausreisen können. Bis zur Wahl kann man angesichts der budgetären Lage nur verwalten. Ich stehe nicht für das Bürgermeisteramt zur Verfügung und werde beim nächsten Mal auch nicht mehr antreten. Sollte sich kein Vizebürgermeister für die Wahl finden, würde ich für die verbleibende Zeit das Amt übernehmen!“
Ähnlich sieht es GR Albert Bloch (Frischer Wind): „Bis zur kommenden Wahl können wir nur verwalten. Sollte Wackerle Bürgermeister werden, wird er an seiner Seite einen erfahrenen GR brauchen. Da ich selbst aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung stehe, werde ich eine solche Lösung präferieren!“ GR Alex Schmid (Aktiv für Seefeld): „Bgm. und Vize werden in den verbleibenden Monaten sehr viel Zeit investieren müssen, die ich aus beruflichen und familiären Gründen nicht habe. Daher unterstütze ich eine Lösung mit Sepp Kneisl!“

Vernunft nötig!
Die offenen WM-Gelder des Bundes, die fehlenden Einnahmen aus den Lockdowns… Seefelds Budget ist mit massiven Problemen belastet, die nichts mit der Person von Bgm. Werner Frießer zu tun haben. Wozu also soll die Opposition den zuletzt recht rau geführten Streit mit dem Ortschef fortführen? Frießer hat sich überraschend zurückgezogen. Seine Bilanz als Bürgermeister ist beeindruckend. Er hat sich als Chef der Bergbahnen Rosshütte als erfahrener Seilbahnexperte einen Namen gemacht und war nicht zuletzt deshalb Aufsichtsratsvorsitzender der Patscherkofelbahn und stellvertretender Sprecher beim Freizeitticket Tirol. Die bekannte Unternehmerfamilie Fröschl hat ihn deshalb als Geschäftsführer für die Axamer Lizum ins Boot geholt. Wen wundert es also, dass in Seefeld alle Listen zusammenrücken und sich gemeinsam Gedanken machen, wie es weitergehen soll. In den kommenden acht Monaten muss die Voraussetzung geschaffen werden, dass nach den Gemeinderatswahlen der neue Ortschef eine ähnliche Basis hat, wie sie Frießer während seiner Amtsperiode vorgefunden hatte.
Bernhard Rangger

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