Start Allgemein Seefeld kämpft gegen Freizeitwohnsitze an

Seefeld kämpft gegen Freizeitwohnsitze an

Seefeld will kein Schlafdorf werden und Freizeitswohnsitzen den Kampf ansagen. Der Gemeinderat hat daher ein Informationsblatt verfasst, welches Bauwerber bereits vor Abgabe der nötigen Unterlagen darüber aufklärt, was in Seefeld überhaupt möglich ist.
GR Sepp Kneisl erklärte die Wirkung dieses Informationsschreibens: „Bisher wurden bei Bauanträgen fast durchwegs die Grenzen des möglichen ausgereizt und dann mit dem Argument durchgesetzt, dass irgend ein Nachbar schon was Ähnliches gebaut hätte. Damit wir nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen, erhalten die Bauwerber nunmehr dieses Schreiben, in dem sie aufgeklärt werden, was genehmigt werden kann. Und an diese Vorgaben muss sich der Bauauschuss jetzt rigoros halten!“
So bekommen Private keine Dichteerhöhungen mehr und dürfen auf ihrem Grundstück nicht mehr als vier Wohneinheiten errichten. Bei touristischen Projekten soll der Tvb den touristischen Mehrwert erklären und der Bauwerber muss eine privatrechtliche Vereinbarung unterzeichnen. Kneisl.: „So setzen wir dem Wildwuchs endlich Grenzen!“
Erste Erfahrungen hätten gezeigt, dass das Infoschreiben einige abschrecken werde. VBgm. Markus Wackerle: „Die Pandemie hat uns gezeigt, dass wir vom Tourismus leben und dass wir ihn brauchen.“ GR Alexander Schmid; „Die Neubauten sollen nicht größer, höher und weiter werden. Unser Ziel ist eine Qualitätsverbesserung. Mit großen Wohnprojekten in Seefeld schneiden wir uns da nur ins eigene Fleisch!“
Einstimmig genehmigt wurden schließlich auch ein Kapitalzuschuss zur Bergbahnen Rosshütte Seefeld-Tirol-Reith AG sowie eine Auflösung der Bargeldrücklagen. Mit diesem Geld sollen die Kontokorrentkredite der Gemeindebetriebe bedient werden. Damit erhalten diese Betriebe wieder einen finanziellen Spielraum und die Gemeinde wieder die Möglichkeit, Haftungen für Kredite der Gemeindebetriebe zu übernehmen. „Die Vorgehensweise wurde auch mit der BH abgesprochen“, so VBgm. Wackerle.

Blick nach vorne!
20 Zuseher waren bei der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung anwesend, weil viele von ihnen nach der ersten Sitzung unter Vbgm. Markus Wackerle wohl damit rechneten, dass neuerlich über einen möglichen Finanzkollaps der Gemeinde debattiert werde. Doch dieses Mal nannte der Interimsbürgermeister die Bergbahnen Rosshütte ein Leuchtturmprojekt, das der Gemeinderat sicherlich nicht sterben lassen werde. Zuschüsse in der Höhe von zwei Mio. Euro waren in wenigen Minuten beschlossene Sache und am 10. Oktober werde eine Delegation von Seefeld ins Sportministerium nach Wien fahren, um die ausständigen WM-Gelder in Wien zu holen. Gut, dass man keinen Kassensturz der Unternehmensberatung Mach vorgelegt und nicht neuerlich die finanzielle Lage der Gemeinde schlecht geredet hat. Seefeld muss nach vorne blicken. Die voll belegten Gästebetten im Sommer geben allen Anlass dazu!

Bernhard Rangger

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