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„Jetzt ist Zusammenarbeit noch wichtiger“

Die Gemeinderatswahlen am 27. Feber werfen ihre Schatten voraus. Während wir in den übrigen Berichten dieser Ausgabe vor allem die wahlwerbenden Listen und Bürgermeisterkandidaten zu Wort kommen lassen, bzw. neutrale Informationen zum Wahlvorgang selbst liefern möchten, haben wir in diesem Artikel mit Tourismusverbandsobmann Alois Seyrling gesprochen, wie er und sein Vorstand diese Wahlen sehen.
PZ: Welche Bedeutung haben die Gemeinderatswahlen für den Tourismus am Plateau?
A. Seyrling: Die Plateau-Gemeinden sind neben den Betrieben die wichtigsten Partner des TVBs. Die Zusammenarbeit war zuletzt mit allen Gemeinden und in vielen Bereichen sehr gut und es wurde ziel- und lösungsorientiert gearbeitet. Die Gemeinden wissen und haben vor allem in den letzten zwei Jahren gemerkt, dass die sehr hohe Lebensqualität in unserer Region eng mit funktionierendem Tourismus verbunden ist. Deshalb gibt es auch zahlreiche Projekte, die gemeinsam finanziert und umgesetzt werden, die Gästen und Einheimischen gleichermaßen zugute kommen. Deshalb ist eine gute Partnerschaft für alle essentiell.
PZ: Welche Auswirkungen hätte es, wenn die Gemeindeführung nicht so touristisch denkt wie in der Vergangenheit?
A. Seyrling: Das würde jeder Einheimische direkt und indirekt spüren. Das Gesamtangebot der Region würde sich verschlechtern, die Wertschöpfung und die Einnahmen von Betrieben, Gemeinden und des TVB würden sinken und damit verbunden würden die Lebensqualität und Attraktivität darunter leiden. Das wiederum würde dann wieder sehr lange dauern, bis dieser Rückschritt aufgearbeitet werden kann und andere Orte und Regionen würden an uns vorbeiziehen.
PZ: Was würdet ihr euch von der künftigen Gemeindeführung wünschen?
A. Seyrling: Die Budgets sind zur Zeit beim TVB und bei den Gemeinden knapp. Daher braucht es einen noch engeren Schulterschluss, um zusammen Ideen und Projekte umsetzen zu können und so durch diese Krise zu kommen. Daher wünschen wir dem künftigen Gemeinderat, dass die Zusammensetzung der handelnden Personen lösungsorientiert bleibt und dass im Gemeinderat intern ein starker Zusammenhalt besteht. Andernfalls drohen endlose Diskussionen. Die Ziele würden aus den Augen verloren und die Weiterentwicklung würde gebremst.
PZ: Welche Aspekte sollten die Gemeindebürger bei der Wahl aus eurer Sicht berücksichtigen?
A. Seyrling: Im bisherigen Gemeindevorstand waren Bürger und Unternehmerpersönlichkeiten, die im Sozial- und Vereinsleben des Ortes tief verwurzelt sind. Sie garantierten ein wohlwollendes Interesse am Ort und an der Weiterentwicklung der Region. Gemeinderatswahlen sind zwar bei weitem nicht so ortsübergreifend wie TVB Wahlen, trotzdem muss das Gremium mit Nachdruck für die Interessen des Ortes arbeiten.
PZ: Wie sollte es jetzt idealerweise weitergehen?
A. Seyrling: Viele Projekte begleiten uns gemeinsam über Jahre und in den letzten 24 Monaten wurde alles noch viel schwieriger. Das Wichtigste ist derzeit, dass Gemeinden und TVB gut zusammenarbeiten und eine gemeinsame Strategie verfolgen. Frische Ideen sind wertvoll und gut, in einer Zeit der bescheidenen Mittel braucht es aber Konstanz, Einigkeit und im besten Fall Personen, die viel Kraft und Zeit investieren. Damit die Gemeinde produktiv arbeiten kann und handlungsfähig bleibt, brauchen wir Personen, mit denen wir wie bisher auf Augenhöhe kommunizieren können. Permanente Schlechtredner und Keiltreiber, die Eigeninteressen in den Vordergrund stellen, spalten den Zusammenhalt und würden uns um Jahre zurückwerfen.
PZ: Wie sieht der Tourismusverband die Wahlthemen der einzelnen Listen?
A. Seyrling: Viele Themen sind nicht neu, an lange verfolgten Zielen festzuhalten, ist sicher der richtige Weg. Bei den neuen Ideen sollten die Wähler bedenken, wie realistisch gewisse Wahlversprechen sind. Die Gemeinde, die Betriebe der Region und auch der Tourismusverband hatten allesamt sehr große Umsatzrückgänge und die Budgets der nächsten zwei, drei Jahre werden sehr angespannt bleiben. Gemeinden und der TVB kommen um die hohen Fixkosten nicht herum und somit stehen nur wenige freie Mittel für Projekte oder Investitionen zur Verfügung. Was jedoch sicher ist: in unserer Region wurde zuletzt stark investiert. Wir sind also sehr zuversichtlich, dass mit dem nötigen Zusammenhalt unser Ort und unsere Region sehr schnell wieder ganz vorne mit dabei sind – touristisch und im Bereich Top-Lebensqualität für Einheimische.
PZ: Danke für das interessante Gespräch.

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