Start Allgemein Auto für Leutascher Amt fand keine Mehrheit

Auto für Leutascher Amt fand keine Mehrheit

„A gmahnte Wiesn“ hätte man noch in der Vorperiode gemeint. Doch ganz so einfach hat es Bgm. Jorgo Chrysochoidis in Leutasch nicht. Bei der jüngsten Sitzung hätte es für die Anschaffung eines Dienstfahrzeuges für das Gemeindeamt seine Stimme und damit den Einsatz der dünnen absoluten Mehrheit gebraucht. Das riskierte der Ortschef nicht und so wurde der Autokauf auf Grund von Stimmengleicheit abgelehnt. Vorerst ebenso keinen Konsens gab es für die Park&Ride-Anlage am Bahnhof Gießenbach. Für eine alterserweiterte Gruppe im Kindergarten stellt man im kommenden Jahr einen Container auf. Das Darlehen (1,2 Mio. langfristig, 600.000 zur Zwischenfinanzierung) für den Saunaneubau beim Alpenbad wurde ebenso einstimmig genehmigt.
Dem Leutascher Gemeinderat fehlt es jedenfalls nicht an Geld: Wie die Kassenbestandsaufnahme durch die BH Innsbruck ergab, ist die Kassa nicht nur mustergültig geführt, sie weist auch einen Kassabestand von mehr als 4 Mio., davon Zahlungsmittelreserven von 2,7 Mio. Euro, auf.
Größtes Vorhaben im heurigen Jahr ist der Saunaumbau im Alpenbad, wofür die Gemeinde bereits nahezu alle Baumaterialien gekauft und in Leutasch gelagert hat, denn der Gemeinderat möchte verhindern, dass es auf Grund der Krise in der Baubranche zu unerwarteten Preisteigerungen kommt. Um das Bauvorhaben auszufinanzieren, nahm der Gemeinderat einen Kredit in Höhe von 1,8 Mio. Euro auf. 1,2 Mio. zum Fixzinsatz von 2,29 Prozent auf 20 Jahre. Für die Zwischenfinanzierung des Landeszuschusses von 600.000 Euro, die man im kommenden Jahr erhält, entschied man sich für einen variablen Zinssatz von derzeit 0,1 Prozent. „Außerdem haben wir vom Bund 260.000 Euro aus der Corona-Gemeindemilliarde erhalten, die noch nicht einkalkuliert ist und wir haben 7 Prozent ABS-Förderung, die noch nicht zugesagt und ich daher ebenfalls in der Finanzierung noch nicht berücksichtigt habe, damit wir einen Polster für allfällige Preissteigerungen haben“, so der Bürgermeister.
Da der Kindergarten zu klein ist und das für den Zubau gekaufte Gegglhaus erst 2023 geräumt sein muss, wird man neben dem Kindergarten im Bereich des Leiterinnenbüros einen 60 Quadratmeter großen Mietcontainer aufstellen. Im kommenden Jahr sind in Kindergarten und Kinderkrippe nämlich 14 Kinder zuviel angemeldet. Für sie wird dort eine alterserweiterte Gruppe eingerichtet. Die Aufstellung und Miete im August kosten 8500 Euro, dann sind monatlich 1250 Euro fällig. Der Containerkauf würde 85.000 Euro kosten, die Mieten würden teilweise vom Kaufpreis abgezogen. Vorerst will man aber mieten und hofft, die Baumaßnahmen rasch fertigzustellen.
Auf Anfrage der Gemeinde Leutasch schlug die ÖBB-Immo drei Varianten für eine Park&Ride-Anlage in Gießenbach vor. Da man die Auswirkungen des neuen VVT-Konzepts auf das Pendlerverhalten abwarten und die Bereitschaft der Leutascher, diesen Bahnhof anzufahren, überprüfen möchte, verhandelt man mit den Bahnverantwortlichen neuerlich, ob man den Standort vorerst ohne Baumaßnahmen eineinhalb Jahre testen könnte.
Da die Gemeindeverwaltung derzeit im Jahresschnitt 10.500 Kilometer für Dienstfahrten abrechnet und der Gemeinderat im Juli 2021 ein Dienstfahrzeug für das Gemeindeamt vorgeschlagen hatte, holte Bgm. Jorgo Chrysochoidis zwölf Angebote für Elektrofahrzeuge ein, stieß aber mit diesem Vorschlag auf die Ablehnung der Opposition. Und dies obwohl auch der Bauauschußs dem Antrag grundsätzlich zugestimmt hatte. Christian Neuner meinte, dass das neue Auto im Ort im Vorfeld der Gemeinderatssitzung für viele Debatten gesorgt habe. Für Marion Neuner ist der Zeitpunkt unpassend. Angelika Obermeir schlug ein Car-Sharing-Modell vor. VBgm. Stefan Obermeir, der im Vorjahr schon ein Dienstauto für Bgm. Chrysochoidis abgelehnt, dafür aber ein gemeinsames Auto fürs Amt vorgeschlagen hatte, meinte: „Wenn wir die Kosten mit den abgerechneten Kilometern vergleichen, kommen uns die Abrechnungen wesentlich günstiger!“ Die Listenkollegen des Bürgermeisters meinten, dass es nicht selbstverständlich sei, dass die Angestellten ihre Privatfahrzeuge verwenden. Da im Gemeinderat nur eine Stimmengleichheit erzielt wurde, kam es, wie oben beschrieben, zur Ablehnung.

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