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Leutasch will Vorbehaltsgemeinde werden

Da die Gemeinde Leutasch neuer unzulässiger Freizeitwohnsitze unterbinden und die Zahl der bestehenden Freizeitwohnsitze einschränken will, beantragt man beim Land Tirol als Vorbehaltsgemeinde anerkannt zu werden. Dies war einer der weitreichendsten Beschlüsse der jüngsten Gemeinderatssitzung. Außerdem wollen die Räte ein Repair Café einführen. Der Fuß- und Radweg ins Gaistal wurde vor der Saison ausgebaut. Im kommenden Jahr hofft man auch die noch bestehenden Engstellen zu beseitigen.
Neuralgischer Punkt am Eingang ins Gaistal ist die Talengestelle in den Öfen. Da die Wegbreite für eine Beseitigung der Gefahrenstelle ausgebaut werden muss, hat man ein geologische Gutachten in Auftrag gegeben, wieviel eine hangseitige Abstützung kosten würde. Für die Bewilligung des Fahrwegs im Bereich der Parkplätze bedarf es eines naturschutzrechtlich zu verhandelndes Projekt. Da immer mehr Tagesgäste im Gaistal parken, will man die Gäste künftig mit dem Dorfbus ins Gaistal bringen.
Auf Vorschlag der Leutascher Bürgerliste wurde die Abhaltung eines Repair-Caf’s beschlossen. Die Gemeinderätinnen Marion Neuner und Mag. Astrid Schösser-Pichler argumentierten, dass es ein gutes Signal sei, wenn man die Bevölkerung zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen auffordert. Organisatorische Unterstützung erhält die Gemeinde vom Tiroler Bildungsforum, bei dem Leutasch ohnehin Mitglied sei. Es fielen also keine Kosten an. Die Gemeinde müsse nur den Raum zur Verfügung stellen Sun als Veranstalter auftreten. Dagegen argumentierte hingegen GR Martina Nairz und Bgm. Jorgo Chrysochoidis: „Hinter einer Veranstaltung müssen Personen stehen, die sich mit ihrem Event identifizieren!“ Für ein Repaircafé müssen außerdem möglichst viele Bastler in Leutasch gefunden werden, die bei dieser Veranstaltung entsprechende Reparaturen anbieten können. Man einigte sich schließlich darauf, dass die Organisation des ersten Events durch die Antragsteller erfolgt. Die Gemeine stellt die Räumlichkeit und hilft bei der Bewerbung. Grundsätzlich fanden es alle Gemeinderäte als eine gute Idee und man hofft, in Zukunft einen Trägerverein zu finden.
Keine Debatten gibt es im Leutascher Gemeinderat, wenn es um illegale Freizeitwohnsitze geht. Der Ortschef: „Leutasch hat einen historisch gewachsenen sehr hohen Anteil an unterbautem Bauland. Durch den Verkauf von rund 70 günstigen Siedlergrundstücken wurde der errechnete Grundstücksdurchnittspreis unter das vom Land vorgegebene Mindestmaß gedrückt. Eine von der Gemeinde durchgeführte Erhebung, wieviele Leute Mietwohnungen suchen, ergab einen Bedarf von mehr als 60 Wohnungen was ebenfalls zeigt, dass es in Leutasch ein großes Interesse der einheimischen Bevölkerung am Wohnungsmarkt gibt. Und auch die Zahl der gemeldeten Freizeitwohnsitze dürfte nicht annähernd den Tatsachen entsprechen. Wir rechnen, dass diese Zahl um das drei- bis vierfache die offiziellen Zahlen übersteigt. Das Land hat uns jedenfalls nicht automatisch zu einer Vorbehaltsgemeinde gemacht, in denen eine künftige Widmung von Freizeitwohnsitzen so gut wie ausgeschlossen ist. Wir wollen aber trotzdem eine Stellungnahme gegen diese Verordnung einbringen, da wir der Meinung sind, dass wir wir so neue, unzulässige Freizeitwohnsitze leichter unterbinden können!“
Die Zustimmung zur Abgabe der Stellungnahme erfolgte einstimmig.

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