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„Alte Hotelstrukturen reaktivieren!“

Der Seefelder Gemeinderat hat sich heuer schon zweimal mit der neuen Vertragsraumordnung auseinandergesetzt. Während wir in unserer jüngsten Ausgabe über die Inhalte dieser Verordnung berichtet haben, wollten wir dieses Mal von Bauauschuss-Obmann Anton Hiltpolt die Motivation erfahren, die hinter dieser Verordnung steckt.
PZ: Warum hat sich der alte und der neue Bauauschuss mit diesem Thema so intensiv auseinandergesetzt?
Hiltpolt: Als Tourismusgemeinde legen wir größten Wert auf den Erhalt der Attraktivität als Wohn- und Urlaubsort. Darum soll das noch weitgehend intakte Kulturlandschaftsbild sowie die starke Durchgrünung des Siedlungsgebietes erhalten und der Tourismus als wirtschaftliche Basis der Gemeinde gestärkt werden.
PZ: Klingt das nicht eher danach, dass ihr überhaupt keine touristische Veränderung wollt?
Hiltpolt: Ganz im Gegenteil! Wir wollen den Tourimus vor allem durch Qualitätsverbesserungen weiter entwickeln. Zur Absicherung der bestehenden touristischen Infrastruktur ist zumindest die Aufrechterhaltung des derzeitigen Bettenangebotes notwendig. Aber nicht durch den Bau seelenloser Bettenburgen, sondern durch den zeitgemäßen Ausbau der touristischen Infrastruktur soll eine positive Entwicklung des touristischen Sektors auch in Zukunft sichergestellt werden. Als wesentlicher touristischer Attraktivitätsfaktor ist die hohe Umwelt- und Landschaftsqualität zu sichern.
PZ: Genehmigt ihr dann unter bestimmten Voraussetzungen auch Bauten außerhalb der Bebauungsgrenzen?
Hiltpolt: Nein. Die Gemeinde verfolgt das Ziel des Bodensparens und der bestimmungsgemäßen Verwendung des Baulandes. Die weitere Siedlungsentwicklung soll vorrangig im Bereich der bestehenden Baulandreserven erfolgen. Wir streben eine Reaktivierung veralteter Hotelstrukturen an, vorzugsweise im höheren Sternebereich, mit echten Ganzjahres-Arbeitsplätzen, einem echten touristischen Mehrwert für die Gemeinde. Auf keinen Fall wollen wir Freizeitwohnsitzte und/ oder nur geparktes Kapital von Investoren, denen die Entwicklung des Ortes völlig egal ist. Ganz nach dem Motto: Hauptsache die Rendite stimmt!
PZ: Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass alle Einschränkungen auch sofort wieder umgangen wurden.
Hiltpolt: Dazu möchte ich festhalten, dass die Gemeinde Gott sei Dank nicht verpflichtet ist, die Dichte zu erhöhen, die Änderung des Flächenwidmungsplanes und/oder einen Bebauungsplan oder dessen Änderung zu beschließen. Das wirklich strenge Vertragswerk ist nun ein erneuter Versuch, die Bauwerber an ihre Zusagen zu binden, mit z.B.: Betriebspflicht, Pönalen, Bankgarantien usw. Sollte in Zukunft nur der geringste Zweifel an einer widmungsgerechten Nutzung herrschen, dann wird es von der Gemeinde keine Zugeständnisse geben.
PZ: Danke für das interessante Gespräch.

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