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Seefeld als Vorzeigeregion

Fast auf den Tag genau vor drei Jahren wurde unter dem Arbeitstitel „Green Deal Seefeld“ die nachhaltige Ausrichtung der Region Seefeld – Tirols Hochplateau vorgestellt. Vor wenigen Tagen präsentierte Klimaschutzlandesrat René Zumtobel gemeinsam mit Christian Wandl, dem stellvertretenden Obmann des TVB Seefeld und Obmann des Naturpark Karwendel, die bisher erreichten Meilensteine am Seefelder Bahnhof. Der Einsatz kann sich sehen lassen und wird auch gewürdigt: Kürzlich erhielt die TVB Region Seefeld als erste Urlaubsdestination das Österreichische Umweltzeichen.

Ob in Seefeld, Leutasch, Mösern, Reith oder Scharnitz: Man hat sich in der Region viel vorgenommen, um einen Beitrag in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu leisten. Von ausgewählten Betrieben als Plateau-Pioniere über die klimafreundliche Energieversorgung großer Hotels, dem Wissenswanderweg „KlimaTop“ beim Reither Moor bis hin zur öffentlichen Anreise der Gäste, wurden und werden zahlreiche Initiativen umgesetzt. „Wir haben uns in Tirol mit der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie ambitionierte Ziele gesetzt, um unser Land zukunftsfähig auszurichten, CO2-Emissionen einzusparen und das Klima zu schonen. Dafür braucht es Engagement von Politik, Unternehmen, Privatpersonen und auch Urlaubsregionen. Das Seefelder Plateau ist ein Vorzeigebeispiel und inspiriert sicher viele andere, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Wir müssen dort aktiv werden, wo wir auch etwas bewegen können“, ist Klimaschutzlandesrat Zumtobel überzeugt und hebt insbesondere das Thema Mobilität hervor: „Eine wesentliche Stellschraube, um den CO2-Fußabdruck zu minimieren, ist die Anreise der zahlreichen Urlaubsgäste in Tirol. Hier hat man in der Region einerseits durch die Verbesserung des Öffi-Angebots, aber auch durch innovative Konzepte bei der Vorort-Mobilität und ein Anreizsystem für den Verzicht auf die Anreise mit dem Pkw bereits viele gute Ideen umgesetzt. Die Region hat sich passend zu ihrer Lage im Naturpark Karwendel der Nachhaltigkeit verschrieben – das bringt uns nicht nur beim Klimaschutz weiter, sondern kommt auch bei Einheimischen und Gästen sehr gut an.“ Im heurigen Frühjahr initiierte die Region beispielsweise das Projekt „Freifahrt ins Urlaubsglück“. Dabei erhalten Urlaubsgäste bis zu 150 Euro ihrer Reisekosten rückerstattet, wenn sie klimafreundlich per Bahn oder Bus anreisen. Das von der Region Seefeld zur Verfügung gestellte Budget von 60.000 Euro für dieses Pilotprojekt war bereits nach wenigen Wochen aufgebraucht.
Obmann-Stellvertreter des TVB und Naturparkobmann, Christian Wandl, hob weitere Best-Practice-Beispiele hervor und berichtete auch von Hürden, die es in den letzten Jahren zu überwinden galt: „Wir haben uns hier in der Region dazu entschieden, echt nachhaltig zu sein und den Dingen nicht einfach einen grünen Stempel aufzudrücken. Manche Maßnahmen konnten reibungslos umgesetzt werden, bei anderen brauchte und braucht es weiterhin viel Überzeugungsarbeit, Beharrlichkeit und Engagement. Wir konnten beispielsweise das sogenannte Plateau-Frühstück in zwölf Beherbergungsbetrieben etablieren. Dabei besteht das Frühstückssortiment ausschließlich aus regionalen Produkten. Bei anderen Speisen ist die regionale Beschaffung eine große Herausforderung. Wir bleiben jedenfalls weiter dran“, so Wandl.
Erst vor Kurzem erhielt die Region als erste Destination überhaupt das Österreichische Umweltzeichen. LR Zumtobel gratuliert: „Wir haben dieses Pilot-Projekt auch vonseiten des Landes zwei Jahre unterstützt. Die Arbeit aller Beteiligten hat eindeutig Früchte getragen und ich wünsche mir, dass in Zukunft viele weitere Regionen diesen Weg aktiv einschlagen und von den gewonnenen Erfahrungen profitieren: Das Hochplateau soll künftig als Best-Practice-Beispiel zur Verfügung stehen.“ Mit der Auszeichnung mit dem Österreichischen Umweltzeichen ist die Arbeit des TVB Region Seefeld nicht zu Ende: „Wir werden auch weiterhin daran arbeiten, unsere Region nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten“, schließt Wandl.
Acht Betriebe aus den TVB-Gemeinden haben sich zu den „Plateau-Pionieren“ zusammengeschlossen und setzen vertiefende Maßnahmen um. Ziel ist es, bis 2030 mindestens 15 Prozent der Gäste zur öffentlichen Anreise zu bewegen. Sie führen bei jedem Gast eine Mobilitätsumfrage durch und definieren für ihren Betrieb Schwerpunktziele, um schädliche Emissionen einzusparen. „Was uns ebenfalls prägt, ist die enge Zusammenarbeit mit dem Naturpark Karwendel. Neben den zahlreichen Aktivitäten, die wir unseren Gästen anbieten, ist es uns beispielsweise auch gelungen, 5.000 Quadratmeter artenreiche Blumenwiesen anzulegen oder das KlimaTop rund um das Reither Moor umzusetzen, das die Folgen des Klimawandels eindrucksvoll veranschaulicht“, erklärt Wandl.

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