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Grenzbalken bald wieder geöffnet

Die Olympiaregion freut sich, wenn am 15. Juni die Grenzbalken wieder öffnen und sich Tourimus und Wirtschaft wieder normalisieren. Viele Betriebe haben schon im Mai geöffnet und sich auf den touristischen Alltag vorbereitet. Wir haben mit den Bürgermeistern am Plateau gesprochen, was sich mit der Wiederöffnung der Grenze ändert.
Bgm. Isabella Blaha meint: „In letzter Zeit war es in Scharnitz natürlich verhältnismäßig ruhig. Seit Menschen, die einen triftigen Grund haben, die Grenze wieder passieren dürfen, wurde es auch bei uns wieder munterer. auch für die Bediensteten in der Gemeinde, da immer wieder Bestätigungen auszustellen waren. Wir wohnen ja mehr oder weniger diesseits und jenseits der Grenze und da ist die Grenzöffnung schon eine große Erleichterung. Seit wir in der EU sind, ist es so, dass die Grenze zwischen Deutschland und Österreich, bzw. Scharnitz und Mittenwald mehr oder minder nur am Papier existiert. Es gibt zwar die alten Zollgebäude, die Menschen haben aber generell das Gefühl, wir gehören zusammen. Viele sind bei Vereinen in der Nachbargemeinde, andere haben geheiratet, haben Verwandte und Freunde etc. Auch gibt es viele Menschen, die über der Grenze arbeiten oder zur Schule gehen. Touristisch gibt es viele Gemeinsamkeiten. Die Mittenwalder spazieren oder radeln gerne im Karwendel. Dass diese Gegebenheiten wieder halbwegs eine Normalität erfahren, empfinden wir als sehr gut.“
Sie freut sich auch, dass das Infozentrum wieder geöffnet ist und schon viele Menschen in den Karwendeltälern ihre Freizeit verbringen. In Gastronomie und Hotellerie herrscht noch eine gewisse Zurückhaltung. Nur der Kirchenwirt und die Bäckerei sind offen. Im Laufe des Juni wollen aber auch die anderen Betriebe aufsperren.
Der Leutascher Bürgermeister Jorgo Chrysochoidis sieht der Grenzöffnung besonders optimistisch entgegen: „Seefeld hat sehr viele internationale Gäste. Zu uns kommen zu 90 Prozent Deutsche und Schweizer Gäste. Da die Hauptsaison meist erst Anfang bis Mitte Juli startet, sollten wir mit einem blauen Auge davonkommen!“
Das Leutaschtal sei jedenfalls auf einen Gästeansturm bestens vorbereitet. Das Alpenbad wird mit Ausnahme des Saunabereichs am 10. Juni geöffnet, die Geisterklamm, die Gaistalalmen und das Ganghofermuseum sind bereits seit Mai offen. „Wir haben die Grenzschließung genützt, um wichtige Sanierungsmaßnahmen an der Straße nach Mittenwald durchzuführen. Diese sind abgeschlossen und auch dort steht einer Grenzöffnung nichts mehr im Wege.“
Auch eine zweite Asphaltierungsmaßnahme hat man trotz angespannter finanzieller Maßnahme in Leutasch vorgezogen. Chrysochoidis: „Wir asphaltieren in der Siedlung und setzen damit ein Signal für die heimische Wirtschaft!“
Seefelds Bürgermeister Werner Frießer meint, dass Gastronomie und Hotellerie bereits sehnsüchtig auf die Grenzöffnung warten: „Wir haben für die Bergbahnen Rosshütte aber eine Umfrage unter den Beherbergungsbetrieben gemacht und mussten leider feststellen, dass das Buchungsverhalten bis dato zu keinen Luftsprüngen veranlasst. Viele Menschen haben keinen Job, sie verdienen weniger oder haben andere Sorgen. Das dämpft natürlich die Lust am Reisen. Viele wollen beim Urlaub sparen!“
Nur mit den inländischen Gästen kann Seefeld nur wenig erreichen: „Dafür sind wir viel zu weit weg von den großen, bevölkerungsreichen Teilen Österreichs. Nur 6,7 Prozent ist der inländische Gästeanteil.“
„In Seefeld wird es auch dann zu einem Gästeminus gegenüber den Vorjahren kommen, wenn nur einzelne Staaten in Europa die Grenzen offnen, da mehr als 40 Prozent der Sommergäste aus anderen Destinationen als Deutschland, der Schweiz und Österreich kommen“, so Frießer.
„Wir haben trotzdem eine große Werbekampagne gestartet, da die Sportinfrastruktur sowie einige Läden und Restaurants jetzt schon geöffnet haben. Damit soll ein gewisser Kommunikations-Vorlauf ins Rollen gebracht werden. Wir setzen ein Zeichen dafür, dass man am Plateau für die Grenzöffnung vorbereitet ist.“
Bgm. Dominik Hiltpolt: „Man merkt auch in Reith, dass sich die Lage langsam normalisiert und die Betriebe wieder öffen. Erfreulich ist zum Beispiel, dass die Gastronomie und die Bäckerei Hueber im Gemeindezentrum wieder den Betrieb aufgenommen haben. Natürlich nimmt durch die Grenzöffnung auch der Verkehr auf der Seefelderstraße und durch Leithen wieder massiv zu. Alles in allem begrüßen wir aber den Normalisierungsprozeß!“
Laut Bgm. Blaha werden die Grenzen in Scharnitz jedenfalls immer noch – wenn auch vermindert – von Militär und Polizei kontrolliert: „Bis 15. Juni stichprobenartig. Aber die Leute müssen ein Dokument dabei haben, das den triftigen Grund für einen Grenzübertritt bestätigt. Auch die ‚Grünen Grenzen‘ bzw. Spazierwege werden noch kontrolliert. Da funktioniert die Kooperation zwischen den Ländern bestens!“

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